Erwin Geitner (CSU) wechselte vom Bankfach ins Bürgermeisteramt und hat auch im Riedener ...
Bloß für den Gesang bleibt nicht mehr viel Zeit

Das Brautpaar saß dann sichtlich gerührt vor mir im Trauzimmer.
Vor dem Job als Bürgermeister in Rieden war Erwin Geitner (45) Bankbetriebswirt. Weil in diesem Beruf die Entscheidungen oft recht schnell umgesetzt werden, musste er sich erst daran gewöhnen, dass in der Verwaltung die Mühlen manchmal in einem anderen Takt mahlen, verrät er im AZ-Interview zu seinem ersten Jahr im Amt.

Herr Geitner, was hat sich denn mit dem Bürgermeisteramt in Ihrem Leben verändert?

Geitner: Beruflich habe ich ein völlig neues Aufgabenfeld beschritten, allerdings ein sehr interessantes und vielfältiges. Der Beruf des Bürgermeisters hat nicht nur politischen Hintergrund. Im Prinzip hat man ein - in unserem Falle kleines - Unternehmen zu leiten. Man muss dafür Sorge tragen, dass es rund läuft. Das gilt sowohl für den Bauhof, den Campingplatz, das Freibad, die Schule, den Abwasserzweckverband als natürlich auch für die Verwaltung. Selbst wenn die Zeit oft knapp bemessen ist, muss man trotzdem ein offenes Ohr für die Bürgerinnen und Bürger haben. Die zeitliche Belastung ist etwas größer geworden. Es stehen Abendtermine an, die ich in meiner vorherigen Berufspraxis nicht in dieser Anzahl hatte. Vor allen Dingen an den Wochenenden sind mit stark schwankender Intensivität oftmals viele Termine, die man wahrnimmt, überwiegend Vereinsversammlungen. Der Kontakt mit den Mitbürgern bei diesen Terminen hat jedoch sehr viel Positives. Es gibt mir die Gelegenheit, die Menschen besser kennenzulernen.

Was sagt die Familie zu den Veränderungen?

Geitner: Meine Familie hält sich aus meiner Arbeit heraus. Dies war auch in meiner vorherigen beruflichen Tätigkeit der Fall. Natürlich bin ich bemüht, die verbleibende freie Zeit effektiv mit meiner Familie zu nutzen. Zum Glück habe ich eine verständnisvolle Familie und eine verständnisvolle Frau. Sie hält mir absolut den Rücken frei.

Von wem oder wodurch haben Sie in diesem Jahr am meisten gelernt?

Geitner: Personifizieren kann ich diese Frage nicht. Es ist vielmehr ein Lernprozess, der einen täglich begleitet. Eine große Umstellung war für mich jedoch die aus meiner vorherigen beruflichen Tätigkeit gewohnte Geschwindigkeit der Entscheidungen und deren Umsetzung. Es ist hier oftmals schwierig, eine schnelle Umsetzung zu erreichen.

Welche Ihrer neuen Pflichten fallen Ihnen denn schwer?

Geitner: Keine.

Worüber haben Sie sich im ersten Amtsjahr besonders gefreut?

Geitner: Besonders gefreut oder besser gesagt gerührt hat mich die erste Trauung, die ich vornehmen durfte. Ich habe mir mit der selbst geschriebenen Traurede natürlich einige Mühe gemacht. Und ich habe voll in das Schwarze getroffen. Das Brautpaar saß dann sichtlich gerührt vor mir im Trauzimmer. Es war einfach ein schönes Erlebnis. Weiter bin ich etwas stolz darauf, einen Investor für ein größeres Gewerbegrundstück in Vilshofen gefunden zu haben. Hier entstehen nun einige Arbeitsplätze.

Sie sind im Riedener Männergesangverein aktiv. Welcher Liedtitel wäre denn passend, um Ihr erstes Jahr als Bürgermeister zu kennzeichnen?

Geitner: Die Zeit für den aktiven Gesang im Gesangverein bleibt leider auf der Strecke. Ich singe nur noch aktiv bei den Riedener Hirten mit. Dieses Gesangsensemble singt nur ein paar wenige Male im Jahr. Somit lässt sich die Zeit dafür meist ganz gut arrangieren. Als Lied wäre der Titel "Üb immer Treu und Redlichkeit" passend. Ich bin der Meinung, dass Redlichkeit und ein gerader Weg im Leben sehr wichtig sind. Das habe ich auch im meinem ersten Jahr als Bürgermeister so gehandhabt.
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