Es klappert an der Vils

Es ratterte und klapperte, als sich der Antrieb der schweren Steine in Bewegung setzte: Anlässlich des Mühlentages wurde in der Weißmühle des Bergbau- und Industriemuseums Getreide gemahlen. Und erklärt, woher die Redensart "von echtem Schrot und Korn" stammt.

Seit 1994 gibt es immer an Pfingsten einen deutschen Mühlentag, erfreuen sich historische Mühlen als Denkmäler einer neuen Blütezeit, faszinieren die Technik, das typische Klappern des Mahlganges und der Mehlstaub. Zur Erforschung, Bewahrung und Vermittlung des damit verbundenen Wissens ist der Mühlentag bestimmt: Das Bergbau- und Industriemuseum Ostbayern in Theuern beteiligt sich regelmäßig daran.

Die Menschen geprägt

Über die kulturgeschichtliche und wirtschaftliche Bedeutung der Mühlen in Nord- und Ostbayern und deren prägende Eigenschaften referierte diesmal Gilbert Krapf. Der Ingenieur für Maschinenbau und Energietechnik dokumentiert seit Mitte der 80er-Jahre Mühlen, Hammerwerke und Wasserkraft nutzende Fabriken. In Theuern präsentierte Krapf die Schauplätze der Industriegeschichte und zeigte anhand historischer und aktueller Bilder, wie die Wasserkraft mit ihren Mühlen und Hammerwerken die Menschen prägte - auch an der Vils.

Das Praktikum dazu gab es am Pfingstmontag-Nachmittag in der Außenstelle des Museums. Dort wurde mit der Weißmühle ein Stück Vergangenheit zum Leben erweckt. Die Informationen rund um die Mühle und den Müller, deren Bedeutung und die schwere Arbeit lieferte Expertin Ingrid Harrer. Von ihr hörten die Besucher auch viele Geschichten, Sagen und Legenden, die sich um den Müller ranken. Der soll an sich kein großes Ansehen gehabt haben. Aber er war einer der Ersten, die sich elektrisches Licht leisten konnten - er nutze ja die Wasserkraft.

Eine Zeitreise

In der Außenstelle des Museums steht eine Getreidemühle aus der Zeit um 1680, die ursprünglich in Baumhof bei Neunburg vorm Wald arbeitete. In den 70er-Jahren wurde sie originalgetreu in Theuern aufgebaut. Ingrid Harrer verriet auch Interessantes über Schrotung, Putzen, Schälen, vom faszinierenden Antrieb und von den Scharfmachern: Das waren Handwerker, die von Mühle zu Mühle zogen, um die Steine zu behauen. Was dann in den Beutelkasten fiel, war von "echtem Schrot und Korn" - ausgemahlenes Mehl.
Weitere Beiträge zu den Themen: Theuern (1141)Mai 2015 (7904)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.