Es klingelt in der Gemeindekasse

Mehr Geld investieren und gleichzeitig Schulden abtragen: Hört sich nach einem Widerspruch an, aber die Gemeinde Illschwang bekommt das hin. Für 2015 schnürt sie eines der größten Haushaltspakete der vergangenen 20 Jahre.

Für Investitionen fließt ein Betrag von 492 000 Euro als Zuführung vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt. Im Vorjahr waren es noch 364 000 Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt von 807 Euro 2012 auf 635 Euro heuer. Kämmerer Heinz Aust erläuterte dem Gemeinderat das Zahlenwerk.

Der Verwaltungshaushalt erreicht dieses Jahr 2 974 000 Euro und der Vermögenshaushalt 1 834 350 Euro. Mit gut 4,8 Millionen Euro ist das Gesamtvolumen eines der größten in den vergangenen 20 Jahren. Die Berechnung fußt auf einer Einwohnerzahl von 2024 Personen mit Hauptwohnsitz in der Gemeinde; Stichtag war der 30. Juni 2014.

Gegenüber dem Vorjahr legt der Verwaltungshaushalt um 283 400 Euro (10 Prozent) zu. Sogar um 678 250 Euro (58 Prozent) wächst der Vermögenshaushalt. Aus der allgemeinen Rücklage veranschlagt der Kämmerer für 2015 einen Betrag von 368 000 Euro. Aust fügte hinzu, dass die LFA-Förderbank in München für den Breitbandausbau nahezu zinslose Kredite gewähre. Positiv wirke sich das größere Stück aus dem Einkommensteuer-Kuchen aus.

Die Liste der Investitionen

Der erweiterte Spielraum im Vermögenshaushalt komme vor allem schnelleren Internetanschlüssen im gesamten Gemeindegebiet zugute. Weiter stünden der Kauf von Grundstücken für ein neues Baugebiet, Erschließungsarbeiten im Bereich Sandäckerweg, die Anschaffung eines Laders für den Bauhof, die Sanierung von Gemeindeverbindungsstraßen und die Investitionsumlage an den Schulverband an.

Schwerer Brocken 2016

Für die Unabhängige Wählergemeinschaft lobte Hans Pirner das Zahlenwerk. Es lasse Spielraum, um vor allem den Breitbandausbau in allen Ortschaften zeitnah zu verwirklichen. Zudem komme 2016 mit der umfassenden Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße im Bereich Reichertsfeld ein schwerer Brocken auf die Kommune zu.

Der Fraktionssprecher der SPD, Alfred Ebert, freute sich über eine kontinuierlich sinkende Pro-Kopf-Verschuldung. Rechtzeitig habe die Gemeinde die Weichen für eine positive Entwicklung der Gewerbesteuer gestellt. "Grundsätzlich sollten wir uns überlegen, angesichts der gegenwärtig günstigen Zinssituation bestimmte Investitionen über Kredite zu finanzieren", regte Ebert an.

Auch Thomas Dirler beurteilte aus der Sicht der CSU/BV die finanzielle Situation der Gemeinde überaus positiv. Es gebe eine gute Basis für die Zukunftsentwicklung. Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat dann die Haushaltssatzung und den Haushaltsplan.

Der Sprecher des Rechnungsprüfungsausschusses, Ernst Herbst, erläuterte die Ergebnisse des "Kassensturzes" für die Jahre 2012 und 2013. Er hatte ihn gemeinsam mit Elke Pirner, Thomas Dirler und Heinz Pickel angestellt. "Es gab keine Beanstandungen", fasste er zusammen.

"Nicht mehr einladend"

Der Gartenbauverein Illschwang bat um die Beteiligung der Gemeinde an der Sanierung des maroden Nebengebäudes beim Hopfenmuseum. Es mache keinen einladenden Eindruck mehr. Nach einer Besichtigung im Vorfeld der Sitzung sprachen sich die Räte für den Abriss des alten und den Bau eines neuen Gebäudes mit Pultdach aus. Es sollte mit dem Hopfenmuseum einen optisch guten Gesamteindruck vermitteln. Ideal erschien eine Kombination aus Mauerwerk und Holzkonstruktion.

Für den Abriss schätzt das Bauunternehmen Margraf die Kosten auf ungefähr 3500 Euro. Der Gemeinderat kam überein, verschiedene Planentwürfe einzuholen, um sich dann für die beste und preisgünstigste Lösung zu entscheiden. Der Gartenbauverein Illschwang ist bereit, 1000 Euro beizusteuern.

Breitband-Zusage steht

Noch einmal bekräftigten Bürgermeister und Gemeinderäte, dass der Breitbandausbau in den Orten, die in der ersten Runde nicht zum Zug kamen, bis Oktober ausgeschrieben werde. Im nächsten Jahr könne dann die Umsetzung erfolgen. Ernst Herbst drängte, den an die Telekom vergebenen ersten Bauabschnitt möglichst bald auszuführen. Bürgermeister Dieter Dehling erwartet ihn zwischen Juli und November.

Ein Antrag von H. Baumer betraf die Anlage eines Zaunsockels im Forstweg, der dem Hochwasserschutz dient. Der Bürgermeister zeigte Verständnis für das Anliegen, erinnerte aber daran, dass im Bebauungsplan Schwand keine Sockel vorgesehen sind. Da der geplante Gehweg nicht beeinträchtigt werde, erlaubte das Gremium einen Sockelhöhe von maximal 25 Zentimeter.
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