Eslarner Forstunternehmer Josef Meckl macht sich mit seinem Harvester nicht nur in Deutschland ...
Nach dem Sturm hilft "Hannibal"

Eslarn. (bey) Hannibal war einer der größten Feldherrn in der Antike. Wenn der Eslarner Forstunternehmer Josef Meckl von seinem "Hannibal" spricht, meint er damit den größten Atlas Kern Harvester der Welt, mit dem er bei schwierigsten Verhältnissen die größten Bäume aus den Wäldern holen kann.

In 15 Metern Entfernung zum Führerhaus kann der Fahrer noch immer Bäume mit einer Höhe bis zu 40 Metern, einem Stammumfang am Erdboden bis zu einem Meter und einer Holzmasse von 5 Kubikmetern stehend sicher aus dem Bestand nehmen. Quer durch die Bundesrepublik ist Meckl mit seinem Unternehmen tätig, seit Juni 2014 beteiligt er sich in großem Umfang an der Beseitigung von Orkanschäden in der "Hohen Tatra" in der Slowakei.

1988 hat Meckl sein Forstunternehmen in Eslarn gegründet. Mit Pferden und Traktoren hatte er damals in den Wäldern gearbeitet. Später kam ein Unimog dazu. Mit seinem Betrieb stieg er auf Rückezüge und Vollernter um. Der Oberpfälzer baute ein Unternehmen auf, das mit seinen Maschinen zu den größten in Deutschland gehört.

Rinde wertvoll wie Gold

"Natürlich haben sich im Laufe der Jahre die Anforderungen geändert", berichtet Meckl. Längst müssen die Bäume im Wald nicht mehr entrindet werden. "Die Rinde ist soviel wie Gold für die weiterverarbeitenden Betriebe." Daraus entstehen mittlerweile Hackschnitzel, Rindenmulch für Gärten und sogar Spanplatten. Meckl und seine Mitarbeiter fahren aber nicht nur mit dem "Hannibal" in die Wälder, sondern haben noch einen "Königstiger" parat. Das ist ein Harvester mit einem Spezial-Laufwerk, das 60-prozentige Steigungen schafft. Der Fahrer sitzt dabei immer eben in seiner Kabine. 15 Meter Reichweite hat der "Königstiger", der mit seinem "Panzersoftlaufwerk" ein Untergestell wie ein Panzer M 48 hat.

Längst hat sich Meckls Fuhr- und Maschinenpark in Deutschland herumgesprochen. Am Rhein, im Hunsrück, in Baden-Württemberg und in Bayern ohnehin holen der "Hannibal" und der "Königstiger" die Bäume aus den Wäldern.

Kein Ende in Sicht

In den Nachrichten hat Meckl von den Sturmschäden in der Hohen Tatra erfahren, sofort reagiert und einen österreichischen Kollegen zum Katastrophengebiet geschickt. Er selbst startete nahezu gleichzeitig und vereinbarte Gesprächstermine mit betroffenen Waldbesitzern. Noch von der Hohen Tatra aus bestellte er den Tieflader für den "Hannibal". Bei der Rückkehr in Eslarn war die Maschine bereits aufgeladen. Das war im Juni. Ein Ende der Arbeiten sei noch nicht in Sicht.

Meckls Maschinen sind in der Slowakei der absolute Renner, und deshalb geht es damit auch von einem Schadensort zum anderen. Bis 1400 Meter über dem Meeresspiegel arbeitet das Eslarner Forstunternehmen, das für die in diesen Höhenlagen existierenden Steigungen die richtigen Maschinen hat, die sich andere Unternehmen nicht leisten können oder auch nicht leisten wollen.
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