Etwas mehr Finanzhilfe erwartet

Bürgermeister Johann Burger (rechts) gab einen ausführlichen Bericht. Jugendheimsanierung, Wasserversorgung, Breitbandausbau und gemeindlicher Haushalt waren die Hauptthemen. Bild: jr

Die Gemeinde muss sparen. Da trifft es sich gut, wenn der Bürgermeister mit gutem Beispiel vorangeht. Johann Burger erläuterte in der Bürgerversammlung seinen Beitrag.

Mancherorts geht es bei Bürgerversammlungen allzu ernst zu zwischen all den Zahlen und Statistiken. Die kamen bei der Versammlung zwar nicht zu kurz, aber es wurde dennoch eine unterhaltsame Veranstaltung. Launige Zwischenrufe der Zuhörer unterbrachten immer wieder die fast zweistündige Rede von Bürgermeister Johann Burger.

Haushalt ungenehmigt

Gleich zu Beginn beleuchtete er die ernüchternden Zahlen des Haushalts. Leonberg habe keinen genehmigten Etat vorzuweisen. Die Verschuldung der Gemeinde liege bei 846 829 Euro, was eine Pro-Kopf-Verschuldung von 817 Euro bedeute. "Wir haben heuer noch keinen Cent an Krediten aufgenommen", versicherte der Bürgermeister.

Etwas mehr hatte sich Burger aus dem Topf der Stabilisierungshilfen erwartet. "Wir bekommen vom Freistaat Bayern 170 000 Euro, beantragt hatten wir 650 000 Euro", rechnete der Bürgermeister vor. Immerhin komme Leonberg erstmals in den Genuss dieser staatlichen Hilfen.

Verzicht auf Diensthandy

Freilich, zur Finanzierung des Haushalts klaffe eine Lücke von 136 000 Euro. Um die Kosten weiter zu reduzieren, verzichtete Burger auf ein Diensthandy, das ihm zugestanden hätte. "Ich habe bisher noch keinen Cent an mit meinem Privatauto gefahrenen Kilometern abgerechnet, diese Kosten trage ich selber", machte er den Zuhörern deutlich.

Weiteres Thema war der Breitbandausbau. Hier sei vor 2017 keine Verbesserung zu erwarten, sagte Burger. Insgesamt stünden der Gemeinde Leonberg 940 000 Euro für eine 80-prozentige Förderung zu. Für kommendes Jahr sah der Bürgermeister für die gemeindlichen Finanzen eine erhebliche Verbesserung: "Wir bekommen wieder Boden unter den Füßen."

Mit in den Genuss der neuen Mitterteicher Wasserversorgung kämen die Orte Leonberg, Amesmühle, Hungenberg, Zirkenreuth, Kriegermühle und Leonberger Mühle. Allerdings: "Wir dürfen beim Mitterteicher Bürgerentscheid nicht mitstimmen, weil wir keine Bürger der Stadt sind."

Bei Wasser mitreden

Unruhe kam unter den Besuchern auf, weil Steinmühler und Pleußener Bürger mitbestimmen dürften, obwohl sie kein Wasser aus Mitterteich beziehen, nicht aber die Leonberger Bürger. Thomas Lindner schlug vor: "Dann strengen wir unser eigenes Bürgerbegehren an, wir dürfen uns nicht alles gefallen lassen." Lindner war enttäuscht, weil die Leonberger vor vollendete Tatsachen gestellt würden: "Wir wurden jedenfalls nicht gefragt. Dass wir zahlen müssen, ist klar, nur auf diesem Weg wollten wir auch mitgenommen werden." Karl Schleicher bekräftigte: "Wenn wir schon zahlen müssen, wollen wir auch mitentscheiden."

Zur Jugendheimsanierung nannte der Bürgermeister Gesamtkosten von 260 000 Euro, zu tragen von Kirche und Gemeinde. An Zuschüssen erwartete er maximal 150 000 Euro aus Mitteln der ländlichen Entwicklung. Probleme gibt es bei der Fluchttreppe, die neu angebaut werden müsste. Die Denkmalbehörde habe das grundsätzlich abgelehnt. "Wenn wir das Jugendheim sanieren, dann für die nächsten drei Jahrzehnte", sagte Burger. Hand- und Spanndienste seien möglich, um die Kosten zu reduzieren.
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