Euphorie in Poppenreuth

Kapitän Vaclav "Enzo" Peroutka (links) übergab im Namen des Teams eine Torte an den scheidenden Trainer Miloslav Janovsky.

"Ihr habt geschafft, was noch kein Erstligist geschafft hat: Ich bin zu einer regelmäßigen Leserin der Sportseiten geworden." Mit diesem Ausspruch hatte 3. Bürgermeisterin Gisela Kastner bei der Meisterfeier des SV Poppenreuth die Lacher auf ihrer Seite.

Fast die gesamte Mannschaft hatte sich versammelt, als es darum ging, den Aufstieg in die Landesliga und damit den größten Erfolg in der 60-jährigen Vereinsgeschichte zu feiern. Einen besonderen Gruß richtete Vorsitzender Heribert Pickert an den "Macher des Erfolgs", den scheidenden Trainer Miloslav Janovsky, der künftig beim Bayernligisten SpVgg Bayern Hof tätig sein wird. "Die sollen auch mal einen g'scheiten Trainer haben", so Pickert augenzwinkernd über die Hofer.

Das Vereinsjubiläum, das eigentlich an diesem Wochenende hätte gefeiert werden sollen, wird laut Pickert zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt. "Die Aktualität hat Vorrang!" Miloslav Janovsky habe mit viel Akribie und Fußballsachverstand eine tolle Mannschaft geformt. Er sei ein Trainer, "der eigentlich in solch einer niedrigen Liga nichts verloren hat".

Pickert stellte im weiteren Verlauf jeden einzelnen Spieler und dessen Stärken vor und gab so manche Anekdote zum Besten. Künftig werde der "kleine Dorfverein" SV Poppenreuth gegen namhafte Mannschaften aus Nürnberg oder Fürth antreten. Pickert hoffte, dass es dabei die eine oder andere Überraschung gibt.

Geradezu euphorisch zeigte sich 3. Bürgermeisterin Gisela Kastner. "Das Interesse an euch ist bei mir in Begeisterung umgeschlagen", betonte sie in ihrem umfangreichen Grußwort. Schon der Bezirksliga-Aufstieg vor einem Jahr sei ein "Kracher" gewesen. Doch dieser Erfolg sei nun noch einmal gesteigert worden. "Eine wahre Meisterleistung!"

Viel Respekt erarbeitet

Der Durchmarsch durch die Bezirksliga sei nahezu unglaublich gewesen, so Kastner. Das Erfolgsgeheimnis des SVP bestehe aus einem engagierten Spielertrainer und einer schlagkräftigen und absolut topfitten Mannschaft, die den unbedingten Siegeswillen in sich habe. Als "Seele und Herz" des SV Poppenreuth bezeichnete sie Heribert Pickert. "Ich freue mich auf die kommende Landesliga-Saison", betonte Gisela Kastner, ehe sie gemeinsam mit dem Vereinsreferenten der Stadt, Jürgen Ranft, Fußbälle an den Vorsitzenden überreichte. Der frühere 2. Bürgermeister und ehemals langjährige Vorsitzende des SV Poppenreuth, Josef Daubenmerkl, verwies darauf, dass sich der Verein viel Respekt erarbeitet habe. Als Fan des SVP versprach er, dass er auch künftig die Landesliga-Auswärtsspiele besuchen werde. Miloslav Janovsky wünschte er viel Erfolg in Hof. Glückwünsche kamen auch von Willibald Reindl: "Über den SV Poppenreuth spricht man."

Disziplin und Erfolgswille

Trainer Miloslav Janovsky erinnerte daran, dass der SV Poppenreuth in den vergangenen zwei Jahren nur neun Spiele verloren habe. Er zollte seiner Mannschaft hohen Respekt, vor allem auch für die gezeigte Disziplin. Denn bei einigen Partien seien seine Jungs nicht gerade freundschaftlich empfangen worden und hätten so manche Beleidigung einstecken müssen. Dennoch, sowohl im Training als auch bei den Spielen, habe die Mannschaft stets Gas gegeben, der Erfolgswille sei enorm. "Ich habe zwei überragende Jahre beim SV Poppenreuth erlebt", bekannte Janovsky. Dabei habe er mit Heribert Pickert einen "Fußball-Verrückten" kennengelernt.

In Namen der Mannschaft überreichte Kapitän Vaclav "Enzo" Peroutka an den scheidenden Trainer eine kalorienreiche Abschiedstorte, Vorsitzender Heribert Pickert erhielt einen Wellness-Gutschein. Viel Lob ging auch an Spielleiter Reinhard Glatz, der diesen Posten schon seit vier Jahrzehnten innehat.
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