Europaparlamentarier Albert Dess zu Klimakrise und Flüchtlingspolitik
"Menschen wollen Beständigkeit"

Albert Deß referierte bei der Delegiertenversammlung der Senioren-Union im Landgasthof Burkhard. Der Europa-Parlamentarier bezog Stellung zum TTIP-Abkommen sowie zur Flüchtlingskrise und Klimapolitik. Bild: ohr
Wernberg-Köblitz. (ohr) Er bezog Position zur Flüchtlingskrise, bezeichnete das TTIP-Abkommen als nützlich und konfrontierte die Teilnehmer zur Klimapolitik mit historischen Aufzeichnungen: Der Bezirksvorstand Oberpfalz der Senioren- Union konnte für die Delegiertenversammlung den Europaparlamentarier Albert Deß als Referenten gewinnen.

Die Flüchtlingsfrage kann nur durch eine europaweite Verteilung gelöst werden, unterstrich der Europa-Abgeordnete im Hotel und Landgasthof Burkhard. Die Aussage von Angela Merkel könne auch missverstanden werden und zum Kommen auffordern. Albanien, Kosovo und Montenegro als sichere Herkunftsländer anzuerkennen, sei eine richtige Entscheidung. Asylanträge aus diesen Ländern können schneller bearbeitet, die Rückführung beschleunigt werden. In Erstaufnahmeeinrichtungen müssten künftig Sachleistungen Vorrang vor Geldleistungen haben. "Das Flüchtlingsproblem wird uns in nächster Zeit verfolgen, da auch die Familien nachgeholt werden", betonte Deß bevor er sich dem nächsten Themenblock zuwandte: TTIP.

Zuversicht bei TTIP

Dem von der EU und der USA angestrebten Handelsabkommen steht der CSU-Politiker zuversichtlich gegenüber. Im Jahr 2013 exportierte die EU im Agrarbereich Waren - vor allem Käse, Weine und Bier - im Wert von 15,4 Milliarden in die USA, während sich die Einfuhren mit Schwerpunkten im Rohstoffbereich - Soja, Mais und Weizen - auf 9,8 Milliarden Euro beliefen, führte der Redner an. Die EU strebe im Agrarbereich einen verbesserten Zugang auf den US-Markt - insbesondere für Milchprodukte und verarbeitetes Fleisch - an.

Zum Schwerpunktthema "Klimapolitik" konfrontierte der Referent die Delegierten zum Einstieg mit den "interessantesten Zitaten zum Waldsterben", datiert ab dem Jahre 1981. "Die ersten Wälder sterben schon in fünf Jahren" hieß es da bei Bodenforscher Bernhard Ulrich. "Derweil ist der Wald heute schöner als damals", meinte Dess. Sein "historischer Rückblick" beinhaltete starke Klimaschwankungen im letzten Jahrtausend und "viel größere Wetterextreme als in unserer Zeit". Beispielsweise das Jahr 1540: "Elf Monate kaum Regen und Extremtemperaturen". Während des 30-Jährigen Krieges seine schreckliche Winter zu verzeichnen gewesen. Im Jahr 1816 fiel vom 20. Mai bis Weihnachten nur an 20 Tagen kein Regen. Welche Schlüsse können aus der Klima-Geschichte gezogen werden? " Warme Zeiten waren gute Zeiten, kalte die schlechten. Das Klima war nie stabil. Doch die Menschen wollen Beständigkeit."

Vernünftiger Umgang

Mit weiteren Schaubildern wollte Dess verdeutlichten, dass prognostizierte und tatsächliche Entwicklungen auseinander klaffen. Trotzdem sei ein vernünftiger Umgang mit den Ressourcen geboten. Erdöl sei zu wertvoll, um "einfach verbrannt" zu werden. "Leidenschaft und Augenmaß" bescheinigte Bezirksvorsitzender Rudolf Kraus, Parlamentarischer Staatssekretär a.D. dem Europa-Parlamentarier in seinen Ausführungen.
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