Expansion ohne Schwarzenfeld

Seit über zwei Jahren steht der ehemalige Schlecker-Markt im Ortskern leer. Trotz einiger Schreiben aus dem Rathaus an mögliche Interessenten aus der Drogeriemarkt-Szene hat sich noch keine einschlägige Nachfolgenutzung gefunden. Bild: Dobler

2012 machten die Schlecker-Märkte im Ort zu. Die Ansiedlung eines neuen Drogeriemarkts ist gar nicht so leicht, zeigt sich seitdem. Nun meldete sich die Firma Müller Großhandel im Rathaus. Was aber kein Grund zur Freude war.

Ende Juni 2012 gingen bei der insolventen Drogeriekette Schlecker endgültig die Lichter aus, die Beschäftigten wurden freigestellt und die Läden geschlossen. "Das ist wirklich ein Verlust", bedauerten damals die Kunden nicht nur in Schwarzenfeld.

Nachdem sich ein halbes Jahr später noch keine Nachfolge abzeichnete, wurde man im Marktrat nervös. Karlheinz Dausch und andere Räte stellten die Frage, was die Kommune, also der Markt Schwarzenfeld, tun könne, damit sich wieder ein Drogeriemarkt im Ort ansiedelt - vielleicht DM oder Rossmann.

"Wir müssen hier aktiv werden," forderte Dausch die Verwaltung auf, "denn Schwarzenfeld hat sicherlich genügend Kaufkraft für so einen Markt". Bürgermeister Manfred Rodde nahm damals den Ball auf. "Wir können Bewerbungsschreiben an die entsprechenden Unternehmen senden", schlug er vor, womit die Räte einverstanden waren.

Klare Absage

Zwar nahm die Verwaltung mit den Firmen Dirk Rossmann GmbH, dm-Vermögensverwaltungs GmbH und TAP dayli Vertriebs GmbH Kontakt auf. Aber: Vom dm-Drogeriemarkt kam umgehend eine Absage. Auch mit der TAP dayli Vertriebs GmbH, einer österreichischen Schlecker-Nachfolgerin, konnte der Markt keinen Stich machen: die Firma hat zwischenzeitlich Insolvenz angemeldet und existiert nicht mehr. Die Dirk Rossmann GmbH sicherte wenigstens zu, dass mal ein Außendienstmitarbeiter vorbeischauen werde. Was aber noch nicht passiert ist. Vor kurzem hat sich nun die Drogeriekette Müller Großhandels Ltd. & Co. KG gemeldet. "Sie hat mitgeteilt, dass der Standort Schwarzenfeld derzeit kein 'strategisches Expansionsziel' sei und die angebotenen Objekte für Anmietung oder Kauf nicht in Betracht kommen", informierte Bürgermeister Rodde den Marktrat.
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