Experte gibt Tipps, wie sich Bürger vor Einbrechern schützen können - Vortrag bei der MMC
Fenster in acht Sekunden ausgehebelt

Wolfgang Sennfelder. Bild: hfz
Pfreimd. Präfekt Alois Kleierl hatte die richtige Spürnase für ein Vortragsthema, das interessierte. Auf Einladung der Marianischen Männerkongregation referierte Kriminaloberkommissar Wolfgang Sennfelder von der KPI Amberg zum Thema "Schutz vor Einbrechern und Betrügern" im Gasthof Wilder Mann.

Laut Sennfelder nimmt die Zahl der Haus- und Wohnungseinbrüche kontinuierlich zu. Laut einer polizeilichen Statistik wird mittlerweile in Deutschland alle drei Minuten ein Einbruch verübt, Tendenz steigend. Häufig werden die Delikte durch sorgloses Verhalten der Haus- und Wohnungsbesitzer begünstigt. "Besitzer machen es den Einbrechern durch unverschlossene Haus- und Terrassentüren sowie Fenster oft leicht, einzusteigen", bedauerte Sennfelder. Dabei sei der verursachte Schaden oft geringer als die psychische Belastung der Geschädigten. Betroffene fühlen sich in ihrem Zuhause unsicher und nicht mehr wohl. Die einfachste Sicherungstechnik sei, Fenster und Türen immer abzusperren.

In einem kurzen Videoclip führte Wolfgang Sennfelder vor, dass ein versierter Einbrecher lediglich acht Sekunden Zeit und einen größeren Schraubenzieher benötigt, um ein einfaches Fenster auszuhebeln. An mitgebrachtem Anschauungsmaterial zeigte er den Anwesenden, wie Fenster durch ihre Bauart, zum Beispiel mit einer Verriegelung durch "Pilzzapfen", besser gesichert werden können.

Dem Einbruch durch die Haustüre kann dadurch vorgebeugt werden, dass man das normale Schloss durch ein Spezialschloss ersetzt. Die Kosten belaufen sich dabei auf 60 bis 80 Euro. Mit einem mitgebrachten Spezialwerkzeug führte Sennfelder vor, wie leicht ein einfaches Türschloss geknackt werden kann. Anhand einer Statistik erläuterte der Referent, dass 39,9 Prozent aller Einbrüche in Einfamilien-/Reihenhäuser durch die Terrassen-/Balkontüre im Erdgeschoß und 31,8 Prozent durch ein Fenster im Erdgeschoß erfolgen. Sennfelder riet dazu, ein offenes Auge und Ohr zu haben. Ein wachsamer Nachbar sei ein wirksamer Schutz. Eine lockere Gartengestaltung trage auch dazu bei, dass unbefugte Personen am Haus gleich gesehen würden. Die effektivste Sicherung ist natürlich eine Alarmanlage, die auch mit Kameramodulen an der Klingel und Speichermöglichkeit ausgestattet sein kann. Hier ist schon allein der Abschreckungseffekt sehr hoch. Eine Rücksprache mit der Polizei vor dem Einbau wäre sinnvoll.

Der Polizeibeamte riet davon ab, den Schlüssel draußen zu verstecken. Sein letzter Tipp: keine Hinweise auf Abwesenheit geben.
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