Fachmann referiert in Burkhardsreuth über Volkskrankheit Zucker
Gefährlicher Ballast

"Wir haben es endlich geschafft, unsere Kinder krank zu machen." Hart ging Diabetologe Dr. Georg Aderbauer mit Lebens- und Ernährungsgepflogenheiten ins Gericht: zu wenig Bewegung, Gemüse und Obst, zu viel Zucker und Fett. Die Folge seien mehr "Zuckerkranke" unter Kindern wie Erwachsenen.

In Familien mit einem von Typ-2-Diabetes betroffenen Elternteil seien etwa 30 bis 50 Prozent der Kinder krankheitsgefährdet, bei zwei kranken Eltern erhöhe sich das Risiko auf 80 bis 100 Prozent. Bei gesunder Lebensweise könne man aber dem Ausbruch und allen Folgen vorbeugen. Zur Vorsorge sollte Übergewicht vermieden werden. Deshalb sollte die Kost fettarm sein. Tückisch sei "verstecktes Fett": "Eine 100-Gramm-Bratwurst enthält 32, eine 30-Gramm-Portion Leberwurst 13, 100 Gramm Erdnüsse 50 Gramm Fett." Wichtig seien weiter Gemüse und Obst, notfalls in verarbeiteter Form als Säfte, Trockenfrüchte oder Konserven.

Zurückhaltend sollte mit Zucker umgegangen werden. Dies betreffe auch stark fruchtzuckerhaltiges Obst wie Trauben oder Bananen. "Am verträglichsten ist heimisches Obst wie Äpfel und Birnen." Wertvoll sei auch die in Kartoffeln und Getreide enthaltene Stärke. Auch sollte man schlichten Salzkartoffeln den Vorzug vor Pommes, Kroketten oder Püree geben und statt Weißmehlbackwaren ballaststoffreiches Vollkorngebäck essen. Körnerbrot bestünde jedoch oft aus oberflächlich mit Körnern garnierten Weißmehlteiglingen, die zudem gern mit Zuckerstoffen gefärbt würden, um Vollkornkost vorzutäuschen.
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