Fahnenträger weiter präsent

Auf Kritik bei einigen Mitgliedern des SV Steinmühle war das Vorhaben des Vorstandsgremiums gestoßen, bei Beerdigungen weitgehend auf Trauerabordnungen zu verzichten. Die Vereinsspitze hat dies jetzt noch einmal überdacht und die Pläne abgeändert.

Vorsitzender Stephan Andörfer hatte bei der Jahresversammlung vor einigen Wochen angekündigt, dass der Verein auf die demografische Entwicklung und die zunehmende Ehrenamtsmüdigkeit reagieren müsse (wir berichteten). So war angedacht, statt der Entsendung von Trauerabordnungen einmal jährlich für alle Verstorbenen eine gemeinsame Todesanzeige zu veröffentlichen und eine Messe lesen zu lassen, etwa am Dreikönigstag. Ausgenommen gewesen von dieser Neuerung wären besonders engagierte und verdiente Mitglieder. Andörfer hatte darauf hingewiesen, dass es im Verein ein breites Verständnis für diese durchaus einschneidenden Pläne gegeben habe. Dennoch hätten sich manche Mitglieder mit der Abkehr von einer seit langem bestehenden Tradition nicht anfreunden können. "Dafür hat die Vorstandschaft durchaus Verständnis", versicherte Andörfer. Wie schon während der Jahresversammlung angekündigt, habe man sich in einer Ausschusssitzung nochmals mit dem Thema befasst.

Kompromiss gefunden

"Es hat sich herausgestellt, dass allein die Begleitung durch die Vereinsfahne von besonderer Bedeutung wäre", informierte Andörfer. Alles andere - Grabrede, Blumengruß oder Kranz - hielten die Kritiker nicht für notwendig. Unter diesem Gesichtspunkt sei nochmals diskutiert worden. Ziel sei es gewesen, eine Regelung zu etablieren, die für die Zukunft Bestand hat.

Nach intensiven Bemühungen habe man sich laut Andörfer auf eine Lösung verständigt, die alle Interessen in Einklang bringe: Die Verstorbenen des Sportvereins werden auch künftig mit einer Fahnenabordnung auf ihrem letzten Weg begleitet. Alle teilnehmenden Vereinsmitglieder sollen sich möglichst hinter der Vereinsfahne versammeln, auch um ein Bild der Geschlossenheit abzugeben. Die Hinterbliebenen erhalten ein persönliches Kondolenzschreiben - und anstelle einer Kranz- bzw. Blumenspende einen kleinen Beitrag zu den Bestattungskosten. "Diese Regelung soll auf alle Fälle die nächsten Jahre Bestand haben", sagte der Vorsitzende.

Einen besonderen Dank richtet Andörfer an Fahnenträger Josef Bauer, der sich bereit erklärt habe, die Begleitung in eigener Verantwortung sicherzustellen. Soweit wie möglich solle er dabei von anderen Mitgliedern unterstützt werden.
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