Faible für ein familiäres Haus

Im Seniorenheim St.-Johannis-Stift werden die Karten neu gemischt: Franziska Bäumler (Mitte) ist neue Heimleiterin, hier in der Runde mit Senior Herbert Kranz, Bürgermeister Richard Tischler, Stadtrat und Besucher Hans Müller sowie Heimbeirätin Annemarie Maier (von links). Bild: Völkl

"Das Haus hat so familiär auf mich gewirkt", erzählt Franziska Bäumler. So familiär, dass das Seniorenheim St.-Johannis- Stift ihre berufliche Heimat geworden ist.

Pfreimd. (cv) Ein Spaß, eine nette Unterhaltung - der Blick in die nachmittägliche Kaffeerunde zeigt: Die Bewohner finden die neue Heimleiterin sympathisch. Für die 40-Jährige ist es die erste Heimleiterstelle. Stadt und Stiftungsausschusses hatten etliche Bewerbungen vorliegen. Franziska Bäumler punktete: "Offen, kontaktfreudig, kompetent", fasst Bürgermeister Richard Tischler den Eindruck zusammen, den die neue Leiterin im Auswahlverfahren hinterließ. Franziska Bäumler sei "mit Herzblut dabei," so Tischler.

In der sozialen Betreuung

Die 40-jährige Mutter zweier Söhne pendelt täglich zwischen Pfreimd und Tirschenreuth. Hier besuchte sie das Stiftland-Gymnasium, baute 1994 ihr Abitur und absolvierte in Würzburg ihre Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin. Bäumler arbeitete in einer Kinderklinik in Garmisch-Partenkirchen, ging 1999 zurück nach Tirschenreuth. Heirat, Kinderphase - danach arbeitete Franziska Bäumler 2008 ein Jahr als Kinderpflegerin bei der Lebenshilfe in Mitterteich. Sie wechselte in die Seniorenarbeit, zum Phönix-Lebenszentrum Mitterteich. Hier hatte sie sechs Jahre die Leitung der sozialen Betreuung inne.

Nebenberuflich baute die Tirschenreutherin ihren Fachwirt im Sozial- und Gesundheitswesen. Die Module zum Heimleiter folgten. "Ich wollte mehr Verantwortung übernehmen", erzählt die 40-Jährige, die sich in der Ausbildung auch Kompetenzen in der Mitarbeiterführung erworben hat. Als Pfreimd die leitende Position nach dem Ausscheiden von Monika Keil ausschrieb, bewarb sich die Tirschenreutherin.

Was gab den Ausschlag? Mit 59 Pflegeplätzen sei das Heim überschaubar "und familiär, das passt zu mir". Hier habe sie die Möglichkeit, "sehr nah mit den Bewohnern zu sein", so Bäumler. Als Heimleiter müsse man mit den Senioren und ihren Angehörigen gute Kontakte pflegen, kompetent in Mitarbeitermanagement und in den gesetzlichen Grundlagen, aber auch "ein halber Hausmeister" sein. Eine Mischung, die der 40-Jährigen gefällt.

"So noch nicht erlebt"

Will sie etwas verändern? Bäumler winkt ab: "Ich möchte erst einmal alle Strukturen richtig kennenlernen, mich einarbeiten, ankommen und den Mitarbeitern Kontinuität geben". Was ihr auffällt ist "die Freundlichkeit, die Personal und Angehörige ins Haus bringen". Und das Engagement der Ehrenamtlichen "ist total klasse, das habe ich so noch nicht erlebt. Die schmeißen auch ein Fest alleine". Franziska Bäumler will das, was das Haus erreicht hat, erhalten und ausbauen: "Den guten Ruf eines familiären Hauses." Bedarf an Tagespflege, kleine Sanierungen im 22 Jahre alten Gebäude - es wird sich zeigen, welche Maßnahmen zusammen mit Bürgermeister und Stiftungsverwalter anzudenken sind. Bürgermeister Richard Tischler fasst zusammen, was allen wichtig ist: " Dass das Haus läuft und auch nach außen gut vertreten wird".
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