Fairtrade-Kaffee in aller Munde

Gisela Niklas-Eiband (links) erklärte bis ins Detail die Entstehung einer Kaffeebohne und was den Unterschied zwischen dem fairen Kaffee und dem konventionell hergestellten ausmacht. Bild: mos

Fairer Handel ist ein Begriff, der sich bei immer mehr Menschen hierzulande im Kopf festsetzt. Diese Produkte aus der sogenannten "Dritten Welt" verhelfen Familien vor Ort zu einem bescheidenen Einkommen. Unterstützung durch Kauf der Produkte ist angesagt.

Der katholische Frauenbund Bruck organisierte unter Leitung von Roswitha Schießl einen Infoabend über den sogenannten "KDFB-Kaffee". In der Markt-Bücherei, konnte sie, Gisela Niklas-Eiband, KDFB-Bildungsreferentin vom Diözesanverband Regensburg sowie zweiten Bürgermeister Robert Feuerer, Pfarrer Andreas Weiß und rund 30 Interessierte begrüßen.

Reines Frauenprojekt

Zur Erläuterung schilderte die Referentin, das Projekt habe mit einer entwicklungspolitischen Reise im Jahre 2001 in die Länder Honduras und Nicaragua begonnen. Damals stand auf dem Reiseprogramm unter anderem der Besuch einer Kaffeeplantage. Das Besondere daran: Diese Kaffeeplantage war ein reines Frauenprojekt. Es handelte sich nicht nur für ein Land wie Honduras um eine etwas außergewöhnliche Tatsache, sondern auch für den Kaffeehandel insgesamt.

In diesem Bereich gebe es kaum reine Frauengenossenschaften. Dieser Kontakt vertiefte sich laut Referentin bei einem Gegenbesuch von der Geschäftsführerin dieses Frauenprojekts in Deutschland. Sie habe damals einen Satz gesagt, der heute noch gut in Erinnerung sei: "Wir wollen keine Almosen und keine Spenden, wir wollen, dass ihr unseren Kaffee kauft."

Im Fairhandelshaus GEPA fand der Frauenbund einen Vertragspartner, der mit seiner Unterstützung dazu beitrug, dass dieses Kaffeeprojekt entstehen konnte. 60 Prozent dieses Kaffees stammen von den Feldern der Frauenkooperative "APROLMA". Die restlichen 40 Prozent kommen von einer Genossenschaft aus Gua-temala, bei der auch überwiegend Frauen mitarbeiten. Am 7. Februar 2003 konnte dann endlich der neue KDFB-Kaffee der Öffentlichkeit vor-gestellt und zum Verkauf angeboten werden. Seither wurden bereits über 130 Tonnen verkauft. "Es ist eine gro-ße Menge, aber wir dürfen im Bemü-hen um weiteren Absatz nicht nach-lassen, denn unsere Verantwortung gegenüber den Frauen und ihren Familien ist enorm.", so die Rednerin. Zweitem Bürgermeister Robert Feuerer überreichte sie eine Packung KDFB-Kaffee ganze Bohne für den Kaffee-Vollautomaten im Brucker Rathaus. Sie bat darum, in öffentlichen Einrichtungen sowie Banken fairen Kaffee zu trinken. Dieser produziere ein gutes Gefühl.

Ein paar Cent mehr

Zu kaufen gebe es den Kaffee bei der GEPA und in vielen Eine-Welt-Läden in den Edeka-Märkten im Fairtrade-Regal. KDFB-Kaffee gebe es gemahlen und als Bohne. 250 Gramm kosteten 4,79 Euro. Gegenüber herkömmlichem Kaffee werde dieser mit fünf Gramm pro Tasse niedriger dosiert. So ergäben 250 Gramm Kaffee 50 Tassen, dies entspricht zwei bis drei Cent Mehrkosten von fair gehandeltem Kaffee gegenüber konventionellem Kaffee.

Anhand von acht Schautafeln erklärte sie die Entstehung des KDFB-Kaffees anschaulich. Anschließend gab es, mit einem kleinen Imbiss, eine Kaffeeprobe für jeden Teilnehmer.
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