Familie von Grafenstein ist eng mit Röthenbach verbunden

Der Ortsteil Röthenbach und die Familie von Grafenstein führten ein Eigenleben neben dem bäuerlich geprägten Kohlberg.

Schon um 1250 könnte in der Ansiedlung eine Bleischmelze und ein Hammerwerk für Schieneisen am Röthenbach bestanden haben.

1386 gehörte im Salbuch Kaiser Karl IV. ein Otto Hayden zu Röthenbach zu den 68 Unterzeichnern einer Hammerwerkseinung. Schon damals scheint es ein Schloss für den reichen Hammerherrn gegeben zu haben. Nach dem Niedergang der Eisenindustrie folgte in Röthenbach die Glasherstellung und eine Land- und Forstwirtschaft.

Im Laufe der Jahrhunderte hatte das Gut verschiedene Besitzer. Die Gnendorfer, Haslauer, Pappenberger, Kastner, Mosen und Kögler, um nur einige zu nennen.

1636 liegt laut Urkunden "der hamer wüst und öd". Auch das Schloss scheint in der Zeit abgebrannt zu sein.

1670 erwirbt Hans Andreas von Schönstett das heruntergekommene Landsassengut und erbaut 1678 sein neues Schloss an heutiger Stelle.

Die angebaute Schlosskapelle wurde 1726 von Freifrau Johanna von Schönstedt errichtet. Der Familienname bleibt drei Generationen lang auf dem Gut. Dann wurde der Besitz 1751 an den Hammermeister Johann Ertl zu Altenweiher verkauft.

Seine Enkelin Anna Maria war ab 1801 mit Eduard Johann Baptist von Grafenstein verheiratet. Dessen Stammvater kam aus Oberweißenbach bei Vilseck und führte noch den Namen Graf. Ein Johann Georg Graf wurde 1756 Landrichter in Parkstein und erhielt 1758 das Adelsprädikat sowie den Namen "von Grafenstein". So kam der Name auf das Landsassengut in Röthenbach.

Die letzte große Unternehmerpersönlichkeit der Familie war Hermann von Grafenstein (1874-1955). Er war mit Katharina Rasel (1885-1968) aus einer Amberger Porzellandynastie verheiratet und herrschte noch über ein kleines Reich mit über 400 Hektar Grundbesitz. Er machte Röthenbach zum Glashüttenstandort. Sein Sohn Eduard kämpfte bereits mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Nach dem Krieg mussten die Brauerei, Spirituosenbrennerei und das Sägewerk stillgelegt, sowie die Ländereien und Wälder verkauft werden.

Die letzte Besitzerin in der Erbengemeinschaft, Christine von Grafenstein, verkaufte den noch verbliebenen Teil des Anwesens 2007 an das Amberger Gastronomenehepaar Raymond und Kathrin Grassick. (jml)
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