Familiennachmittag in Schloss Theuern: Die Arbeit einer längst vergangenen Zeit - Viele ...
Museum wirft die Spiegelglasschleife an

Grellrot glühte das gut 1000 Grad heiße Eisenstück, auf das der mächtige Schwanzhammer niederschlug. Bild: gf
Zurückversetzt in eine Zeit, in der noch Wasserkraft die mächtigen Schwanzhämmer oder die Spiegelglasschleife bewegte, fühlten sich die Besucher am Sonntag beim Familiennachmittag rund um die sonst nicht zugänglichen Außenstellen des Industrie- und Bergbaumuseums in Theuern. Etwas zu gut gemeint hatte es allerdings die Sonne: Ohne schattenspendende Bäume war es kaum auszuhalten, doch die Mauern der Außenstelle sorgten dafür, dass drinnen angenehme Temperaturen herrschten - sofern nicht der Schmied mit seiner hellrot glühenden Esse im Maschinenhaus der ehemaligen Grube Bayernland wieder kräftig einheizte. Grell glühte das Eisenstück, auf das die mächtigen Schwanzhämmer niederschlugen, bewegt über eine hölzerne, mit Zapfen bestückte Welle, die früher über mehr als mannsgroße Wasserräder angetrieben wurde. Heute sorgen Elektromotoren dafür, dass Schwanzhammer, Polierscheiben, Mahlwerke oder Getreidemühlen in Bewegung kommen.

Die Museumsführerinnen Erika Haßler und Birgit Hänle entführten ihre Gäste in die Zeiten, als von Montagfrüh bis in den späten Abend des Samstags durchgeschuftet wurde: zwölf bis 14 Stunden tägliche Arbeit, ein mehr als kärglicher Lohn. Aus dem 18. Jahrhundert stammt die Spiegelglasschleife, deren Boden sich mit der Flachglasscheibe langsam dreht, von oben drücken sich ebenfalls drehende Polierscheiben auf diese. Später wurde das Glas als großer Zylinder geblasen, der im noch zähflüssigen Zustand erst aufgeschnitten und flach gepresst, dann in der Glasschleife poliert wurde.

Im Strommuseum bekamen die Besucher Elektrogeräte zu sehen, die vor vielen Jahren hochmodern waren. Geologin Dr. Angela Wirsing verarbeitete in der alten Müllerstube gekochte Kartoffel zu Fingernudeln, die zusammen mit Apfelmus angeboten wurden. Kinder durften Säckchen bemalen, die dann mit allerlei duftenden Kräutern gefüllt wurden. Mit Feile und Schleifpapier bearbeiteten die kleinen Gäste rohe Specksteinstücke und bastelten daraus kleine Anhänger. Ein Flohmarkt rundete das Angebot ab.
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