Fast vergessene sakrale Schätze

Die Fingerkuppe ab, der arm nur drangeflickt - in einem teilweise arg ramponierten Zustand befanden sich die Prozessionsstangen und Figuren, die über 40 Jahre gänzlich unbeachtet in der Schatzkammer der Pfarrei gelagert wurden. Im Zuge der Innenrenovierung der Stadtpfarrkirche wurden auch sie grundlegend überarbeitet und wieder hübsch gemacht. Bild: cs

Vier Jahrzehnte standen die fast in Vergessenheit geratenen, teilweise arg ramponierten Prozessionsstangen unbeachtet in einer Ecke der Schatzkammer der Auerbacher Pfarrkirche St. Johannes. Nun finden sie wieder eine Verwendung, die ihnen gebührt.

Durch die gelungene Innenrenovierung, die bis auf kleinere Arbeiten abgeschlossen ist, wurde die Pfarrkirche St. Johannes wieder in neuen Glanz versetzt. Nun schmücken auch die sechs Prozessionsstangen, im Jahr 1826 gestiftet von den verschiedenen Handwerkszünften der Stadt und daher auch geläufig unter dem Namen Zunftstangen, nach einer Generalüberholung wieder das Gotteshaus. Allerdings nicht mehr an ihrem angestammten Platz im Mittelgang, sondern an den Seitengängen des Kirchenschiffes.

In der Schatzkammer

Aufgrund von Renovierungsarbeiten am Gestühl der Pfarrkirche im Jahr 1951 wurden die Stangen einst zur Aufbewahrung in die im Jahr 1730 angebaute Schatzkammer gestellt. Erst bei Aufräumungsarbeiten im Juni 1991 stießen der frühere Mesner Alfred Rauch und der Chronist Alfred Graf darauf.

Viele Stunden nahmen sich beide Zeit, um wieder Durchblick in der Schatzkammer, darin liegen auch Kelche und Messgewänder, zu bekommen. Erstmals standen dann die pfarrgeschichtlich interessanten Stangen mit schön geschnitzten Figuren 1991 beim Pfarrfest bis zum Christkönigsfest in der Kirche, bis zum Beginn der Kirchenrenovierung.

An den Schnitzwerken hatte der Zahn der Zeit genagt, teilweise war die Farbe abgeschlagen, da und dort fehlte ein Finger oder Arm, oder das eine oder andere wichtige Symbol. Fakten, die Alfred Graf aus der handgeschriebenen Köstler-Chronik zusammentrug. Sein Wunsch war schon 1991, dass diese Prozessionsstangen zu entsprechenden Festlichkeiten öfter aus der Schatzkammer geholt und zu gegebener Zeit auch restauriert werden könnten.

Kolping hilft

Die Bitte wurde durch die Auerbacher Kolpingfamilie jetzt durch die Übernahme der Kosten für die Überarbeitung erhört. Die Verbindung der Zunftstangen und dem Gründer des Gesellenvereins Adolph Kolping brachte Kolpingmitglied Josef Gumann auf die Idee, die Kolpingfamilie sollte hier helfen.

Nachdem der Kostenvoranschlag vorlag, erteilte der Vorstand den Auftrag mit einem Kostenaufwand in Höhe von 2500 Euro an die Hirschaider Restaurierungswerkstätte Onnen mit dem Inhaber und Diplom-Restaurator Eike Dehn.
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