Feiern in und vor der Kirche

Am Rand der Waldlichtung stehend bietet das Gotteshaus einen recht stattlichen Anblick. Dort wird am Sonntag Magdalenenfest gefeiert. Bild: fsc

Idyllisch in einer Waldlichtung steht die Allerheiligenkirche. Das Jahr über ist es meist still um das kleine Gotteshaus. Einmal im Monat feiert die Pfarrgemeinde dort den Sonntagsgottesdienst. Manchmal schließt dort ein junges Paar vor dem Priester den Bund fürs Leben.

An einem Tag im Kirchenjahr aber wird es recht lebendig rund um das Kirchlein - zum Magdalenenfest. Es ist ein bedeutsames Ereignis im Kirchenjahr und gibt dem Leben der Pfarrei eine besondere Prägung, zumal es auch eine lange Tradition in den Ortschaften der Gemeinden Leonberg und Neualbenreuth hat.

All zu viel ist aus der Geschichte des kleinen Kirchleins nicht bekannt. Doch ist sie deswegen nicht weniger interessant. Einer mündlichen Überlieferung zufolge, war einst das Vieh der nahe gelegenen Kornmühle vermisst worden, weshalb der "Kornmüllner" gelobte eine Kapelle zu bauen, sollte er sein Vieh wieder finden. Später, als die kleine Herde wieder zu Hause war, erfüllte er sein Gelöbnis. Sicher scheint aber, dass einst eine Kapelle mit dem Namen "Sankt Isidor Einsiedl" stand. Sie wurde zur Zeit des Kalvinismus abgebrochen und nach dem Dreißigjährigen Krieg - etwa um 1656 bis 1660 - wieder aufgebaut. In dieser Zeit blühten auch die Wallfahrten wieder auf und schon damals entstand der Name "Allerheiligenkirche". Die Hauptfeste des Kirchleins sind deshalb an Allerheiligen und am Tag der Heiligen Magdalena.

Im Jahr 1717 war mit dem Bau der vorderen Hälfte begonnen worden, 1729 das Langhaus in Angriff genommen und 1731 der Rohbau fertiggestellt. Nach und nach wurde die Kirche ausgestaltet und erhielt 1762 einen schönen Rundtabernakel. Wie viele andere auch, wurde das Gotteshaus während der Säkularisation hart betroffen: 1803 sollte es als 'entbehrliche Nebenkirche' abgebrochen werden.

Dem damaligen Pfarrer von Wernersreuth, Josef Proels, gelang es aber, zusammen mit den Gläubigen, den Erhalt durchzusetzen. Nun stand das Kirchlein zwar noch, wurde aber sehr vernachlässigt und verfiel zusehends. Erst 1879, nach einer gründlichen Renovierung wurde wieder Gottesdienst gefeiert. Mit dem Patrozinium ist auch ein weltliches Fest verbunden, wie es an Wallfahrtsorten weit verbreitet ist. Die Allerheiligenkirche war schon immer ein Wallfahrtsort und so lesen wir bei Pfarrer Lang: " ... doch die Hauptfeste waren Allerheiligen und Magdalena. Die Pfarreien Wondreb, Leonberg und Mitterteich kamen am Fest der hl. Magdalena in Prozessionen ... ". Und: "Bei der Heilingkirche aber entfaltete sich ein reges Treiben: verschiedene Metzger brieten und sotten im Freien, Wirthe schenkten Bier ...".

Pfarrer Konrad Amschl sagte einmal am Schluss der Messe: "Was wir hier in der Kirche gefeiert haben, dürfen wir draußen getrost auch tun, denn so gehört es sich!" Viel Arbeit haben sich Pfarrgemeinderat und Dorfgemeinschaft wieder gemacht und sie hoffen, dass das Magdalenenfest wieder bleibenden Eindruck bei den Besuchern hinterlassen wird.
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