Felix Schobesberger aus Linz entführt Schafferhof-Besucher auf Wolke sieben - Beeindruckende ...
Blonder Engel in goldenen Leggins

Goldener Engel - Felix Schobesberger - bei der Zugabe am Schafferhof. Bild: fvo
Wer beim Auftritt des "Blonden Engels" im Schafferhof eine hübsche Frau erwartet hatte, wurde enttäuscht. Das dürfte aber die einzige Enttäuschung des Abends gewesen sein - die Besucher schwebten nach der zweistündigen Darbietung des blonden Ausnahmekünstlers aus Linz auf Wolke sieben.

Der etwas komische Kauz mit bürgerlichem Namen Felix Schobesberger präsentierte sich als exzellenter Unterhalter und begnadeter Musiker. Sein österreichischer Schmäh war anfangs für Oberpfälzer Ohren etwas gewöhnungsbedürftig. Außer in die Pause bewegte er sich keinen Meter von seinem Bühnenstuhl weg. Dort vollbrachte das österreichische Energiebündel stimmlich, musikalisch, wild gestikulierend, stampfend und mit einer einprägsamen Mimik Höchstleistungen.

Prägnantes Mundwerk

Seine Finger zupften und rupften die Gitarre und das Banjo. Das prägnante Mundwerk mit ausgezeichneter Bassstimme hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. Er thematisierte die Differenzen eines quietschfidelen Oberösterreichers mit den Wiener Hauptstädtern. "Der Besuch in Wien ist ein Nahtot-Erlebnis - dort wird einem der Humor schnell ausgetrieben." Der blonde Künstler gab auf viele Fragen des Lebens Antworten. Ob ein mit Lichtgeschwindigkeit fliegendes Raumschiff ein Abblendlicht hat, konnte auch er nicht endgültig beantworten.

Beim Zuhörer kam das Gefühl einer gewissen Konzeptlosigkeit auf, doch genau diese anfängliche irrige Annahme erwies sich als gewollt und war seine Stärke. Köstlich Schobesbergers fetzige und originelle Versionen des "Nespresso - what-else"-Songs, dem Wiener Hypochonder und dem bekannten Brettspiel "Trivial Pursuit". Der Akteur warnte vor dem sonnigen Marketing-Schmäh "Sommer im Salzkammergut". Bei seinem "klärifizierenden Stück" berichtete er über den "Bauernfang" des Tourismusbüros mit Sonnenschein-Flyer: Täglicher Schnürlregen sei die Wahrheit.

Die Zuhörer wollten trotz Warnung das makabre Lied "Friedhof 2.0" mit Computerbildschirm am Grabstein hören. Der virtuelle Friedhof als Erlebnispark bietet Nintendo und Minigolfspiel - eingelocht wurde in den Augenhöhlen der Totenschädel. Die geniale Kunst der spontanen Improvisation stellte der "Blonde Engel" beim interaktiven Spiel mit den begeisterten Zuschauern unter Beweis. Begriffe wie schwarze Löcher, Abfischen, Waldnaabtal, Maut, Fischstäbchen und Zoigl packte er spontan in einen Song mit höchstem Unterhaltungswert.

Nackter Oberkörper

Bei den Zugaben warf er sich schließlich in Engels-Schale. So wie Udo Jürgens nach jedem Konzert seine Zugaben mit Bademantel machte, schwebte der Österreicher im Engels-Kostüm die Treppe hinunter. Sein Oberkörper erstrahlte in voller Nacktheit, die goldenen Leggins waren hauteng, und auf den Schultern trug er zwei Engelsflügel. In dieser Aufmachung gab er den "..ismus-Boogie" zum Besten. Mit dem Reggae "Guten Abend, gute Nacht Windischeschenbach" verabschiedete sich der blonde Engel.
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