Felixkirche wieder wie neu

Pater Stanislaus (Mitte) lobte im Festgottesdienst am Sonntag die Kirchenmaler aus Regensburg für ihre ausgezeichnete Arbeit. Sie haben in gut einem Jahr alle 46 Deckengemälde erneuert und dem Gotteshaus einen neuen Anstrich mit Kalklasur verpasst. Restaurator Konrad Orthgieß (links) betonte, dass St. Felix eine angenehme Baustelle war. Bild: ms

Der heilige Felix hat hier wohl kräftig seine schützende Hand über die Gläubigen gehalten. Das große Deckengemälde, mitten in der beliebten Wallfahrtskirche, hatte sich schon gelöst und wäre in absehbarer Zeit nach unten gestürzt. Die Kirchenmaler haben das Malheur gerade noch rechtzeitig entdeckt.

Neustadt/WN. (ms) Der zweite Adventssonntag war ein "großer Tag der Freude", wie Pater Stanislaus im Festgottesdienst sagte. Nach über 20 Jahren präsentiert sich die Felixkirche im Inneren wieder wie neu. Acht Jahre lang hat das Atelier beziehungsweise die Werkstatt für Restaurierungen Baier & Orthgieß aus Regensburg in mehreren Etappen das Gotteshaus saniert.

Auftakt war 2006 mit der Erneuerung des einsturzgefährdeten Triumphbogens im Presbyterium. Allein dies kostete über eine Viertelmillion Euro.

Sechs Maler im Einsatz

Seit Herbst 2013 stand die Erneuerung der 46 Deckengemälde im Mittelpunkt. Mit Rücksicht auf die großen Kirchenfeste und vor allem auf die vielen Hochzeiten im Frühjahr und Sommer waren dafür drei Etappen erforderlich. Baier & Orthgieß war mit sechs Malern im Einsatz. Chef Konrad Orthgieß wohnte mit drei Mitarbeitern dem Gottesdienst bei und durfte großes Lob vom Guardian entgegennehmen: "Ihr habt sehr schöne Arbeit gemacht."

In Absprache mit dem Landesamt für Denkmalpflege wurden alle 46 Gemälde, die das Wirken des heiligen Felix darstellen, vom Schmutz gereinigt. Die labile Malschicht des Bilder-Zyklus' wurde aufgefrischt, die Risse im Putz wurden mit Kalkmörtel gekittet und alle weißen Flächen mit Kalklasur gestrichen.

Bei den Arbeiten entdeckten die Maler, dass sich vom großen, zentralen Gemälde auf einer Fläche von einem Quadratmeter die Oberputzschicht bereits vom Gewölbe abgelöst hatte. Ein zwei bis drei Zentimeter großer Hohlraum war entstanden, das Stuckraumprofil hatte sich ebenfalls gelockert. "Das war kritisch. Das 30 bis 40 Kilogramm schwere Stück wäre in absehbarer Zeit abgestürzt", sagte Chef Orthgieß. Die Blase wurde mit Schaummörtel aufgefüllt und geringfügig angepresst, bis sich das Ganze wieder verklebte. Ein weiteres, bereits durch Verschraubungen gesichertes Bild bei der Orgel musste ebenso mit Schaummörtel befestigt werden.

33 Paten für Bilder

Die Kosten bezifferte Pater Stanislaus mit 136 000 Euro. Allein 70 000 Euro, mehr als die Hälfte, konnten durch private Spenden aufgebracht werden. Für 33 Gemälde übernahmen Gläubige Patenschaften. "Das ist unglaublich", freute sich der Franziskaner-Minorit. Da ging ihm förmlich das Herz über, wie die Leute zur Felixkirche stünden und den Geldbeutel öffneten. Größere Summen kommen von der Stadt, vom Felix-Förderverein, von der Diözese Regensburg und von den Franziskaner-Minoriten in Würzburg als Eigentümer der Kirche.

Den festlichen Gottesdienst in der vollbesetzten barocken Kirche umrahmten eindrucksvoll der Kirchenchor von Maria Hilf in Fuchsmühl mit Dirigent Heribert Bauer und eine Abordnung des Salonorchesters mit Pauke und Trompeten.
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