Fest in der Hand der Lehrer

Heiner Kohl setzte als Geschäftsführer des Volksbildungswerks neue Akzente. Bild: rn

Aus dem kulturellen Geschehen im westlichen Landkreis Neustadt/WN ist sie nicht mehr wegzudenken - und das seit Jahrzehnten. Mit einem Tag der offenen Tür und einem Festakt feiert die Volkshochschule, das frühere "Volksbildungswerk", am Samstag, 10. Oktober, ihr 60-jähriges Bestehen.

Maßgeblich am Aufbau der Bildungseinrichtung und an der Gestaltung des Programmes waren und sind Lehrkräfte der Eschenbacher Schulen beteiligt.

1966 hatte das neu geschaffene Büro des damaligen "Volksbildungswerks Eschenbach" (VBW) seinen Dienst aufgenommen. Damit verbunden war im Frühjahr des gleichen Jahres die Versetzung von Heiner Kohl von der Volksschule Thurndorf an die Volksschule Eschenbach. Veranlasst hatte sie Schulrat Josef Kammhuber.

Obervermessungsrat Franz Sponer, Gründer und Vorsitzender des VBW, drückte Kohl daraufhin vor dem Vermessungsamt als besondere Amtshandlung einen prall gefüllten Aktenordner in die Hand. Damit war dessen offizielle Einführung als geschäftsführender Leiter des VBW vollzogen. Im Vorzimmer von Landrat Josef Decker und des Juristen Dr. Franz Rudolf teilte sich Kohl seinen Arbeitsplatz mit den Sekretärinnen Gabi Schnödt und Monika Schreglmann.

Hatte das Kursprofil des VBW bisher überwiegend aus Vorträgen über landes- und heimatkundliche, kulturhistorische, gesellschaftliche und gesundheitliche Themen sowie Exkursionen und Besichtigungsfahrten bestanden, so setzte Kohl neue Akzente. Er erweiterte die Erwachsenenbildung durch den Übergang von der kurzen, nur begrenzt wirksamen Einmalveranstaltung zum mehrmaligen, das systematische Lernen fördernden Kurs. Auch baute er neue Fachbereiche auf. Als Einzelkämpfer schuf Kohl so die Grundlagen für eine prosperierende Entwicklung.

Geschäftsführer zu sein entpuppte sich für ihn rasch als sehr zeitaufwendiger Posten. Kohl war Ideengeber, Programmgestalter, Verhandlungsführer, Kassierer, Plakatierer, Moderator und sogar Taxifahrer in einer Person.

Direkter Draht

Unzählige Nachmittage verbrachte er an seinem Schreibtisch im Landratsamt. Sein Arbeitsplatz hatte den Vorteil, dass jeder Bürgermeister, der zum Landrat wollte, an ihm vorbei musste. Dabei gelang es Kohl, so manches Stadtoberhaupt von der finanziellen Bedürftigkeit des VBW zu überzeugen.

In wenigen Jahren schaffte er es, dass es pro Semester in Eschenbach, Auerbach, Neuhaus, Pressath, Neustadt am Kulm und dann auch in Grafenwöhr jeweils etwa 35 Veranstaltungen gab. Sprach das VBW 1967 genau 1673 Personen an, so waren es 1969 bereits 3810 und 1971 5776 Teilnehmer.

Nach der Übergabe des Geschäftsführerpostens an Resa Schönemann im September 1973 blieb Kohl dem VBW in wechselnder Funktion erhalten: als Kassier, Seminarleiter, stellvertretender Vorsitzender und Beisitzer. Weitere Lehrkräfte von Gymnasium, Wirtschaftsschule und Volksschule fühlten und fühlen sich der Bildungseinrichtung verbunden.

25 Jahre Vorsitzender

Von 1968 bis 1987 brachte sich Waldemar Hupp als stellvertretender Vorsitzender und Mitglied des Beirats ein. Zehn Jahre, von 1980 bis 1990, gab Anton Schwemmer der Bildungseinrichtung als Vorsitzender wesentliche Impulse. Dazu gehörte die Einstellung hauptamtlicher pädagogischer Mitarbeiter. 1987 erhielt er mit Bernhard Thurn einen rührigen Stellvertreter, der 1990 in den Beirat wechselte.

Seit nunmehr 25 Jahren, seit der Mitgliederversammlung im Mai 1990, leitet Thomas Frankenberger mit großem Engagement die Volkshochschule Eschenbach/westlicher Landkreis Neustadt/WN. Er sieht in ihr einen Bildungs- und Freizeitfaktor, ein Stück Lebensqualität und damit auch einen wichtigen Faktor für die Attraktivität der Kommune.

Hubert Haberberger übernahm 1990 für mehrere Jahre das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden. Auch Annemarie Metz, Gerhard Götzl und Karl Lorenz waren oder sind noch im Beirat vertreten. Sie alle übertrugen ihren Bildungsauftrag vom Arbeitsplatz auf die Freizeit.
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