Feuerwehr Feilersdorf frischt Erste-Hilfe-Wissen auf
Fehler: Gar nichts tun

Einem verunglückten Motorradfahrer den Helm abnehmen: Aus Angst vor Genickverletzungen schrecken viele davor zurück. Doch wie Jürgen Göppl (rechts) zeigte, lassen sich mit den richtigen Handgriffen unerwünschte Schäden vermeiden. Und auch hier gilt: Der größte Fehler ist, gar nichts zu tun. Bild: bjp
Jeder ist verpflichtet, einem in Gefahr geratenen Mitmenschen zu helfen. Das gilt für alle Bürger, nicht nur für die Aktiven der Freiwilligen Feuerwehr Feilersdorf, die beim Kurs "Erste-Hilfe-Training" mit Rettungsassistent Jürgen Göppl ihr Wissen rund um stabile Seitenlage, Herzdruckmassage und Affengriff auffrischten.

Auch für die umsichtigen und erfahrenen "Floriane" ist der regelmäßige Besuch eines Erste-Hilfe-Kurses nützlich, um "up to date" zu bleiben. Denn aus neuen medizinischen Erkenntnissen ergeben sich auch Neuerungen bei den Sofortmaßnahmen am Unglücksort. Dies betrifft laut Göppl insbesondere die schnelle Hilfe bei Herz- und Atemstillstand: "Hier wird jetzt mehr Wert auf eine kontinuierliche Herzmassage gelegt und die Atemspende seltener ausgeführt, weil das Blut für gewöhnlich noch viel Sauerstoff enthält." Deshalb gelte als Empfehlung: Zwei behutsame Atemstöße durch die Nase des Verunglückten, dann den Brustkorb 30-mal eindrücken und erneut zwei Atemstöße.

"Der einzig schwere Fehler wäre, gar nichts zu tun", mahnte der Zintlhammerer, der hauptberuflich bei der Rettungsleitstelle Nordoberpfalz arbeitet. Schon nach einem etwa dreiminütigen Herz- und Atemstillstand begännen die Hirnzellen abzusterben. Vollends abwegig wäre es, wenn ein männlicher Ersthelfer aus Scham zurückschreckte, für die Herzmassage den Oberkörper einer Frau zu entkleiden.

Weitere Lektionen betrafen Wundversorgung, Sprühpflaster, Puder oder Sprays oder die Stillung einer "spritzenden" Arterienblutung am Unterarm durch Abdrücken der Schlagader. Bei Verbrennungen sei ausgiebiges, etwa 15-minütiges Kühlen mit kaltem Wasser das A und O: "Das Gewebe speichert sonst gleichsam die Hitze. Hört man zu früh mit der Kühlung auf, setzt sich der Verbrennungsprozess fort." Dies nenne man "Nachbrennen".

Geübt wurde auch die Rettung einer bewusstlosen Person aus einem Auto per "Affengriff" und aus einer hohen Traktorkabine mittels des "Gamsgriffs", bei dem der Retter den Bewusstlosen vorsichtig schultert. Nicht unerwähnt ließ Jürgen Göppl, dass die vertraute Notarzt-Rufnummer 19 222 abgeschaltet worden sei: "Jetzt gilt nur noch 112."
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