Feuerwehr in höchster Not

Wie es bei der Roggensteiner Feuerwehr weitergeht, steht in den Sternen. In der Mitgliederversammlung fand sich kein Nachfolger für Vorsitzenden Anton Maier (vorne, links). Immerhin ehrten die Verantwortlichen Josef Ertl und Johann Wild (vorne, Mitte und rechts). Bild: dob

Die Feuerwehr Roggenstein steht vor ihrer schwersten Zeit seit ihrer Gründung vor 140 Jahren. Die Hauptversammlung geriet zur Krisensitzung, nachdem bei den Neuwahlen kein Nachfolger für den bisherigen Vorsitzenden Anton Maier gefunden wurde.

Trotz Entlastung des Vorstands kam es mangels Kandidaten nicht zur geplanten Neuwahl. Fast resignierend ließen die Teilnehmer die Sitzung vorübergehen. Vorsitzender Anton Maier kündigte nach zwölfjähriger Amtszeit 2014 aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug an. Trotz seiner intensiven Bemühungen fand sich kein Nachfolger unter den 122 Mitgliedern.

Sichtlich betroffen appellierte er an die Mitglieder, sich doch in den Dienst der Feuerwehr zu stellen. "Trotz eines vollen Schulungsraums ist niemand bereit, Verantwortung zu übernehmen", war Bürgermeister Andreas Wutzlhofer ebenso enttäuscht. "Wollt ihr 140 Jahre Tradition wegwerfen? Geht in euch und redet miteinander", sagte der oberste Dienstherr der Feuerwehren.

Geregelter Betrieb möglich

Die Wehr kann auf 32 Aktive zählen und auf eine aktive Jugendgruppe bauen. "Die Grundlage für einen geregelten Feuerwehrbetrieb wäre gegeben", meinte Wutzlhofer. Letztlich half selbst gutes Zureden nicht. Der Bürgermeister setzte die Neuwahlen mit dem Hinweis ab, dass der bisherige Vorstand zunächst weiter im Amt bleibe. In einem Zeitraum von etwa sechs Wochen müsse ein neuer Wahltermin anberaumt werden. Die nächste Hiobsbotschaft folgte kurz danach. "Vereinswirt" Manfred Kraus wird im nächsten Jahr 70 und kündigte ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug an. Kraus kümmert sich seit 14 Jahren um das Wohl seiner Kameraden. Auch für ihn muss also Ersatz gefunden werden.

Sechs Einsätze, davon ein Brandeinsatz, drei technische Hilfeleistungen, eine Sicherheitswache und eine Unterstützung des BRK zur Personenbergung listete Kommandant Mathias Kraus in seinem Jahresbericht auf. Von den 32 Aktiven sind 12 Atemschutzträger, informierte der Sprecher. Zwölf Jugendliche absolvierten rund 20 Übungen, einen Wissenstest und engagierten sich bei Veranstaltungen und Unternehmungen, informierte Jugendwart Matthias Reil. Außerdem nahm der Kommandant Manuel Kraus und Lukas Urbaneck in den aktiven Dienst auf.

Oberpfalzweit war die Rettungshundestaffel der Feuerwehr im Einsatz. Vorsitzender Martin Schnupfhagn berichtete über die Einsätze. Derzeit habe die Staffel fünf Hundeführer mit geprüften Suchhunden. Drei Hundeführer und zwei Tiere befänden sich in Ausbildung. Daneben unterstützen drei Helfer die Truppe. Stolz war Schnupfhagn, dass die Hundestaffel seit 1. Dezember 2014 eine von 13 Staffeln in der Alarmierungsliste des Deutschen Feuerwehrverbands sei.

Schnupfhagn richtete aber auch kritische Worte an die Feuerwehrführung, die durch Kreisbrandmeister Martin Weig vertreten war. "Wir wurden zur Suche von Vermissten in fast allen Landkreisen der Oberpfalz und sogar Straubing-Bogen gerufen. Einzig im Landkreis Neustadt/WN seien sie bisher nicht alarmiert worden, obwohl es Einsätze zur Personensuche mit Rettungshunden gab, die bis aus Neumarkt angefordert worden waren.

Dank für Treue

Ewald Kreuzer beleuchtete die finanzielle Seite des Vereins. Andreas Lang und Huber Schuller bescheinigten geordnete Buchführung. Maier dankte besonders verdienten Kameraden für die unermüdliche Unterstützung mit Kaffeetassen. Siegfried Kammerer und Willibald Bayer zeigten bei der Restaurierung alter Feuerwehrhelme ihr handwerkliches Geschick. Josef Ertl und Johann Wild sind seit einem halben Jahrhundert Mitglieder.

Das gute Klima zwischen Kirche und Feuerwehr sowie die Unterstützung durch die Mitglieder hob Pfarrer Gerhard Schmidt heraus.
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