Feurig, frech und turbulent

Fernöstliche Ausgeglichenheit demonstrierte das Caféhaus- und Fitness-Personal (von links) Silke (Steffi Schuller), Veronika (Carmen-Longares-Ulrich) und Wirtin Petra (Petra Engelmann) im Kimono. Amüsiert beobachtete die Handlungsreisende Michaela (Beate Steinbock) die Szene.

Lachen nach Herzenslust war am Abend des Ostersonntags ausdrücklich erlaubt: Nach den stillen Kartagen und dem erlösenden "Halleluja" der Osternacht passte die Premiere des Theaterstücks "Trimm dich fit - aber bitte mit Sahne" so richtig in die Stunden des Lobgesangs.

Der Schwank in drei Akten beeindruckte mit allen Zutaten eines pfiffigen Volkstheaters. Die Spaßtruppe des Theatervereins zauberte im Pfarrsaal eine Komödie auf die Bühne, die an Witz und Humor, an feinsinnigen Sprüchen und Temperamentsausbrüchen, an Turbulenzen und hintersinnigen Verführungskünsten keine Wünsche offen ließ.

Der köstliche und kurzweilige Schwank mit frechem Inhalt wurde von der rechten Musik begleitet. Ernst Bitterer verstand es, das Premierenpublikum musikalisch auf "freudiges Erwachen" einzustimmen. Und Regisseurin Elke Müller kündigte die feurige Komödie mit Gstanzln an.

Worum es geht, ist schnell erzählt, ohne die Pointen-Kracher und die Schlussauflösung zu verraten. In dem kleinen Café der Beckers muss Inhaberin Petra die köstlichen Kuchen am besten mit Sahne kredenzen. Freundin Veronika genießt diesen Service, Freundin Silke ist da schon vorsichtiger. Für die schlanke Silke ist das Sahnehäubchen eine Geschmacksfrage, für die wohlgenährte Veronika ein Gewichtsverstärker.

Nach einem "rein zufälligen Besuch" von Michaela Lippert, Vertreterin für Caféhaus-Einrichtungen, sind die Damen des Hauses davon überzeugt: Die kleine, schnuckelige Caféstube braucht ein Trimm-dich-Studio. Neuartige Geräte sollen Kunden werben, Saunen und ein Wellness-Bereich gehen in Planung.

Katz-und-Maus-Spiel

Äußere und innere Harmonie soll das Café in einen Wohlfühltempel verwandeln - sehr zum Unwillen der Ehemänner: Der Wirt und sein Kumpel Ingo finden die plötzlichen Wellness-Einfälle voll daneben. Mit all ihren handwerklichen Künsten versuchen die Herren der Schöpfung die Erweiterungspläne zu torpedieren. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel und auch Veronika, die dritte Freundin der Caféhaus-Chefin, kocht ihr eigenes Süppchen.

Pate für den herzerfrischenden Schwank könnte Udo Jürgens gestanden haben: Sein Song "Aber bitte mit Sahne" zieht sich wie ein roter Faden durch das schräge Stück. Dankbare Rollen bieten sich den Darstellern. "Schauspielerische Volltreffer" gelangen Elke Müller bei der Rollenbesetzung.

Alle vier "Jungstars" - Steffi Schuller, Markus Knechtel, Beate Steinbock, Petra Engelmann - überzeugten mit ungeahnten Talenten: Die Freude an der Kunst des Theaterspiels scheint ihnen angeboren. Von Lampenfieber ist nichts zu spüren. Gewohnt umwerfend ist das theatralische Talent von Carmen Longares-Ulrich: Die nach Sahnehäubchen lechzende Veronika gehört zum erfahrenen Bühnenpersonal, ebenso der stets souveräne und um gute Einfälle nie verlegene Reinhard Leipold als schlauer Handwerksmeister Ingo.

Turbulente Wendungen

Mehr soll über die Handlung und die Unbekümmertheit in den Rollenverständnissen der Laienschauspieler nicht verraten werden. Zu den turbulenten Wendungen zählen jedenfalls zum Schluss der Auftritt eines "echten" Polizeihauptkommissars und die Verhaftung einer als Hochstaplerin und Einbrecherin entlarvten Handlungsreisenden. Der herzliche Schlussapplaus für die Truppe sowie für Ella Teichmann als Souffleuse und für Christiane Höchtl (Maske) war wohlverdient.

Für alle Freunde eines lustigen Theaterschwanks ist der Besuch ein Muss. Für die weiteren Vorstellungen am Freitag, 10. April, am Samstag, 11. April, und am Freitag, 17. April, jeweils um 19.30 Uhr im großen Pfarrsaal sind Theaterkarten im Vorverkauf bei Foto-Ott und Schreibwaren Wamser erhältlich. Restbestände werden an der Abendkasse angeboten.
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