"Filetstück" mitten im Ort

Bürgermeister Winfried Franz bedankte sich im Namen der Gemeinde bei dem engagierten Ratsmitglied Erwin Hufnagel. Er war seit 2002 für die SPD im Neukirchener Gemeinderat. Bild: hfz

Wohin geht die Reise? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Diskussion über die bauliche Nutzung des ehemaligen Raiffeisengeländes bei der Gemeinderatssitzung im Rathaus.

Die Grobanalyse für die Planung und Gestaltung des sogenannten Raiffeisengeländes sei abgeschlossen, schilderte Bürgermeister Winfried Franz, als er über das Ergebnis eines Erörterungstermins bei der Regierung der Oberpfalz informierte. Die Grobanlyse könne durch eine sogenannte Voruntersuchung (VU) vertieft werden. Geplant werden kann für diesen Bereich ohne Bindung an die Städtebauförderung. "Der Bau innerorts und die Schließung von Baulücken genießt bei den staatlichen Zielen Vorrang vor der Errichtung von Gebäuden auf der grünen Wiese", betonte Dipl.-Ing. Peter Markert, der zusammen mit Pauline Bolle vom Architektur- und Planungsbüro Markert aus Nürnberg die verschiedenen Varianten der Sanierung vorstellte.

Neubau vertretbar

"Mit dem Kauf des Raiffeisengeländes hat die Gemeinde mitten im Ort ein Filetstück erworben, das entsprechend genutzt werden sollte", empfahl der Landschaftsarchitekt. Aus städtebaulicher Sicht wäre ein Neubau im Bereich der Hauptstraße vertretbar, wenn nach einem Abriss des Altgebäudes ein Gebäude mit zumindest teilweise öffentlichem Verwendungszweck entstehe. Voraussetzung dafür sei aber eine sogenannte Voruntersuchung. In der angeregten Diskussion spielte die Frage "Wohin geht die Reise" bei der Planung eine entscheidende Rolle. Bekräftigt wurde dabei die Zielsetzung, mehr Wohnraum für Familien zu schaffen, die Parkplatzsituation im Ort zu verbessern und den Zugang für Nottransporte und die Müllabfuhr in den hinteren Bereich des Geländes verkehrsmäßig zu garantieren. Das Architekturbüro Markert wurde beauftragt, bis zur nächsten Gemeinderatssitzung eine Planung mit den gemachten Anregungen vorzulegen.

Einvernehmlich stimmte das Gremium den Bauanträgen von Hans und Andrea Wild, Gaisheim, an das bestehende Wohnhaus anzubauen und von Günter Hass, Büchelberg, eine neue Stallung zu errichten, zu.

Beim Breitbandausbau werden nur diese Gemeindeteile vom Staat gefördert, in denen eine komplette Abdeckung fehlt, was im Hauptort Neukirchen nicht der Fall ist, erklärte Franz. Die Frist für die Markterkundung für den Breitbandausbau sei Ende September in der Gemeinde Neukirchen abgelaufen, wobei keine der angeschriebenen Firmen Interesse am Eigenausbau bekundet habe, schilderte der zuständige Sachbearbeiter Dieter Scherbaum. Auch bei der Ausschreibung im Internet hätten sich keine weiteren Firmen gemeldet.

Nur wenn die Höchstgrenze der Förderung durch den Freistaat überschritten werde, was nach derzeitiger Planung nicht eintritt, würde ein weiterer Beitrag von 50 000 Euro pro beteiligter Gemeinde als Zuschuss gewährt.

Für Zusammenarbeit

Bei Anfragen habe von den Nachbargemeinden lediglich die Gemeinde Illschwang Interesse an einer interkommunaler Zusammenarbeit auf diesem Gebiet bekundet, sagte Dieter Scherbaum.

Nach eingehender Diskussion sprach sich das Gremium einstimmig dafür aus, mit der Gemeinde Illschwang im Zuge des Bayerischen Förderprogramms zusammenzuarbeiten, die nötigen Planungen abzustimmen und das Auswahlverfahren bald anzugreifen.
Weitere Beiträge zu den Themen: November 2014 (8193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.