Filmreife Wallfahrt

Zum letzten Mal hatte Josef Weidner die Pilger nach Gößweinstein geführt. Künftig übernehmen Frieda Zeitler, Silvia Schinner und Martina Oguntke diese Aufgabe. Bilder: rpp (2)

Wer nicht dabei war, konnte die diesjährige Wallfahrt nach Gößweinstein bequem im Pfarrsaal erleben. Aber auch die Pilger nutzten die Gelegenheit, sich die beiden Tage noch einmal in Erinnerung zu rufen. Schließlich wird es sie so nicht mehr geben.

Kastl. (rpp) Im voll besetzten Saal hieß Frieda Zeitler als besonderen Gast Pater Rudi Götz willkommen, der die Gläubigen begleitet und den Gottesdienst in Gößweinstein mit zelebriert hatte. Sie dankte allen Helfern, die die Wallfahrt jedes Jahr ermöglichen, so den Feuerwehren aus Sassenreuth (für die nächtliche Verpflegung), Kastl, Löschwitz, Unterbruck sowie dem Roten Kreuz für die Absicherung. Ebenso würdigte sie Martin Zehrer für seinen Film und Roland Bodner, der an diesem Abend für die Technik zuständig war.

Zehrers Film begann mit einem Gespräch mit Josef Weidner, der nach 40 Jahren die Wallfahrt zum letzten Mal geleitet hatte. Er erzählte, wie wichtig ihm die Wallfahrt sei, führe sie doch gerade junge Menschen wieder zum Glauben zurück. Auch helfe sie, Sorgen zu bewältigen. Weidner berichtete von den vielen organisatorischen Schritten, damit eine Wallfahrt mit so vielen Menschen problemlos über die Bühne geht. Er beteuerte auch, dass er nie jemanden um Hilfe anbetteln musste.

Weiter zeigte der Streifen die Andacht und den Empfang des Wallfahrersegens, bevor der Weg von der Kirche durch Kastl und Unterbruck auf der Leinwand "mitgegangen" werden konnte. Die ganze Strecke war von unzähligen Kerzengläsern erhellt, die die Anwohner aufgestellt hatten. Immer wieder hatte Zehrer unterwegs die Wallfahrer interviewt. Er filmte sie in völliger Dunkelheit, wie sie dem nur von Taschenlampen und Stirnlampen erhellten Weg singend und betend folgten.

Schon etwas müde sah man sie um 2 Uhr nachts in Sassenreuth eintreffen. Dort schickte sie der Kirchenthumbacher Geistliche Pater Benedikt mit dem Pilgersegen auf die nächste Etappe. Der Film endete mit der Ankunft der rund 200 Kastler Pilger, die den ganzen 54 Kilometer langen Weg o nach Gößweinstein der eine Teilstrecke mitgelaufen waren. "Man meint, dass man den Berg hinauf nicht mehr schafft. Aber dann wird man von der Musik und dem Dreifaltigkeitslied in die Kirche hineingetragen", erzählt Josef Weidner im Film.

Immer wieder schilderten Teilnehmer im Pfaarsaal, wie positiv diese Wallfahrt auf die Beteiligten wirkte. Auch das Angebot von Pater Rudi Götz, beim Laufen die Beichte entgegen zu nehmen, beschrieben sie als sehr wohltuend. Trotz der Anstrengung treten die Wallfahrer immer wieder gerne den Weg an. "Weil es etwas bewirkt, man muss nur daran glauben", erklärte Weidner, der den Film immer wieder mit kleinen Erlebnissen ergänzt hatte.
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