Finanz-Staatssekretär Albert Füracker springt für Minister Söder in die Bresche - Über 250 ...
Kein Lückenbüßer für den "Stargast"

Guteneck. (cv) Spanferkelduft durchzog den Gutsstadel - und ein Hauch von Finanzminister Markus Söder: Per Videobotschaft kam er zum CSU-Kreisverband, der ihn in Guteneck erwartet hätte. Allerdings funkte der Länderfinanzausgleich dazwischen. Staatssekretär Albert Füracker vertrat den "Stargast". Er spielte alles andere als eine Nebenrolle.

Die Karten für den CSU-Empfang mit dem Minister der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat waren gedruckt, nun warb er auf der Leinwand für die kurzfristige Absage um Verständnis. Immerhin gehe es in Berlin um den Länderfinanzausgleich und die Belastungen für den Freistaat: "Bayrisches Geld ist in Bayern am besten aufgehoben."

Mit Humor gewürzt

Finanz-Staatssekretär Albert Füracker zog zu den Klängen der Gleiritscher Blaskapelle mit Politprominenz ein: CSU-Kreisvorsitzender Alexander Flierl, Landrat Thomas Ebeling, der frühere Landtagsabgeordneten Otto Zeitler, Bezirksrat Dr. Thomas Brandl und sein Vorgänger Alois Seegerer, Gutenecks Bürgermeister Hans Wilhelm und natürlich Hausherr Graf Beissel von Gymnich. Der vorausgegangenen Geburtstagsgratulation Alexander Flierls an Regina Hösl aus Pfreimd schloss sich Füracker gerne an: "Wir trinken Hell und reichlich". Den Orden wider den tierischen Ernst hätte nicht nur Finanzminister Söder verdient: "Das wäre der einzige Tag in der Woche, wo ich meinen Chef nicht seh', jetzt ist er wieder da", quittierte Füracker die Videobotschaft augenzwinkernd. Für die Anwesenden tat es ihm leid, dass "der Stargast" absagen musste und sie mit dem Stellvertreter vorlieb nehmen müssen. Beim Bezirksvorsitz, für den Füracker am nächsten Wochenende kandidiert, wird sich das wohl ändern. Die Unterstützung aus dem Landkreis sagte ihm Flierl gerne zu.

Fürackers Credo ist das Miteinander, um Probleme zu lösen. Waren 2014 rund 24 000 Flüchtlinge aufzunehmen, sind es heuer 75 000. "Um verfolgte traumatisierte Menschen müssen wir uns kümmern", so Füracker. Nicht aufnehmen könne man hingegen Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen. "Wir müssen differenzieren, wenn wir die Akzeptanz erhalten wollen. "Rechtsradikalen Dumpfbacken" dürfe kein Nährboden bereitet werde. Bayern übernehme den Sachaufwand für Asylbewerber zu 100 Prozent und entlaste so die Kommunen. Szenenwechsel Griechenland: Die EU-Länder könnten nicht weiter Milliarden hinunterschaffen, wenn das Volk nicht zur Umstrukturierung bereit sei. Der Staatssekretär ist für ein organisiertes Ausscheiden. In Deutschland geht es um den Länderfinanzausgleich: Für das auf Schuldenabbau bedachte Bayern müsse der Anteil "eine Milliarde weniger werden. Wir haben viel vor". Wenn Füracker von der Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse spricht, meint er, "dass jeder bekommt, was er braucht". Im ländlichen Raum sieht er die Kommune und die Familie als Eckpfeiler. Man solle es den jungen Menschen überlassen, wie sie sich organisieren, ob mit Betreuungsgeld oder Krippe.

Mehr Gewicht

Die Kommune müsse das Handwerkszeug für eine gute Infrastruktur bekommen. Bayern wächst durch Zuzüge. Damit sich neue Bürger "nicht nur in München, sondern auch in Schwandorf, in Wunsiedel niederlassen", flössen Schlüsselzuweisungen verstärkt aufs Land. Was früher der Straßenausbau, sei jetzt die Datenautobahn. Es geht voran: "Von 2056 Kommunen sind 1830 im Förderverfahren". Für qualifizierte Arbeitsplätze auf dem Land sorgen Behördenverlagerungen und das Landesentwicklungsprogramm, das möglichst viel Entscheidungsfreiheit bei Ansiedlungen bringe. Füracker klammerte nicht aus, was die Bürger umtreibt: die Stromtrassen: "Wir werden im Herbst um eine gesetzliche Regelung für die Erdverkabelung streiten", damit der Ostbayernring nicht mit 80-Meter-Masten der Gleichstromtrasse aufgerüstet werde.
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