Firma Markgraf beantwortet Fragen zu geplanter Bahnbrücke in Lenau
Naturstein trifft auf Stahl

Die Baugrube befindet sich nördlich der Bahnlinie Nürnberg-Marktredwitz. Bild: ak
"Eine Bahnbrücke wird an der falschen Stelle gebaut." Diese Feststellung ist auf den ersten Blick richtig. Wird nun die Bahnstrecke verlegt oder will die Baufirma das neue Bauwerk der Bahn einfach nach Fertigstellung unterschieben?

Diese Frage beantwortet die seit Monatsbeginn mit dem Brückenbau beauftragte Firma Markgraf. Eine große rund 20 mal 15 Meter große und bis zu sieben Meter tiefe Baugrube wird derzeit nördlich der Bahnlinie ausgehoben. Die Deutsche Bahn Netz AG plante seit über einem Jahr die Erneuerung der Eisenbahnüberführung beim Bahnkilometer 104,658 in der Nähe von Lenau.

Die aus Naturstein mit einem Körper aus Beton- und Stahlteilen bestehende Brücke auf der Bahnstrecke Nürnberg-Schirnding muss aufgrund ihres schlechten Bauzustandes erneuert werden. Sie wird durch eine neue Vollrahmenbrücke aus Stahlbeton ersetzt. Die Deutsche Bahn Netz AG hat sich aufgrund der starken Zugverkehrsfrequenz auf dieser Hauptstrecke für den Bau als Einschubbrücke entschieden.

Kosten rund eine Million Euro

Die Weite beträgt fünf und die Höhe vier Meter. Das gesamte Brückenbauwerk, das vor Ort gefertigt wird, ist auf eine Stützweite von 5,60, eine Gesamtlänge zwischen den Endlagern von 6,20 Metern und einer Gesamtbrückenfläche von rund 52 Quadratmetern ausgelegt. Mit Flügelmauern und -wänden stützt die neue Betonbrücke den Bahnkörper beidseits der Straßenführung ab.

Das Bauvorhaben kostet rund eine Million Euro. Die Baumaßnahme wurde zwischen dem Auftraggeber Bahn, der Firma Markgraf und der Gemeinde als Straßenbaulastträger detailliert abgestimmt. Nach der Bauplanung wird die rund 600 Quadratmeter große Baugrube für das neue Brückenbauwerk auf der Nordseite der alten Bahnbrücke ausgebaggert. Dort entsteht in Ortbetonbauweise auf einer Betonplatte das rund 600 Tonnen schwere Stahlbetonbauwerk. Die Betonplatte dient später als Einschublager. Insgesamt werden rund 500 Kubikmeter Beton verbaut werden. Das Baumaterial samt Baustahl und Beton werden über die an die Staatsstraße 2665 angebundene Gemeindeverbindungsstraße antransportiert.

Vollsperrung

Während der Bauzeit bis Ende November 2016 ist die Wegeverbindung zwischen Lenau und der Staatsstraße vollständig gesperrt. Die Umleitungsstrecke über Kulmain-Lenauer Straße ist ausgeschildert. Im Zuge des Brückenbaues wird auch die Kanalleitung unterhalb der Brückes und des Bahndammes umgelegt und anschließend erneuert.

Durch das Brückenbauwerk verläuft das neue Leerrohr für das geplante Glasfaserkabel von Lenau nach Frankenreuth. Gleichzeitig verkabelt Eon die Freileitung aus Richtung Lenau kommend bis zur Bahnnordseite. Fledermäuse, Amphibien und sonstige Bewohner des verbuschten Bahndammbereiches müssen während der Bauzeit auf angelegte Ausweichquartiere ausweichen. Mit alternativen Unterschlupfmöglichkeiten wurden die in Anspruch genommenen Lebens- und Ruheräume ausgeglichen. Dies erfolgte mit angelegten Stein- und Asthaufen auf der Südseite der Bahnstrecke.

Die fertige Einschubbrücke wird Ende Oktober 2016 mittels Hydraulikstempeln angehoben und eingeschoben. Zuvor wird die alte Bahnbrücke abgerissen. Dazu muss die Bahnstrecke für rund drei Tage gesperrt werden. Der Bahnverkehr wird während der Sperrung auf Busse umgeleitet.
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