Fischer "festgedübelt"

Dekan Dr. Wenrich Slenczka (rechts) installierte im Beisein von Pfarrer Dirk Grafe (links) Dr. André Fischer als Pfarrer der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Grafenwöhr-Pressath. Bild: rgr

In diesem Jahrtausend war Pfarrer Dr. André Fischer am längsten Pfarrer in Grafenwöhr. Trotzdem wartete die Kirchengemeinde mit Bangen auf diesen Tag. Kontinuität ist der Gemeinde wichtig, jetzt ist sie sichergestellt.

Grafenwöhr/Pressath. (rgr) Am Sonntag stand es endgültig fest: Die evangelische Gemeinde behält ihren Pfarrer. Die Probedienstzeit endete mit der feierlichen Installation von Pfarrer Dr. André Fischer durch Dekan Dr. Wenrich Slenczka. Installiert bedeutet soviel wie festgeschraubt. Vor der Installation stellte Pfarrer Fischer vier Assistenten der Gemeinde vor. Es waren Udo Greim, Vertrauensmann des Kirchenvorstands, Pfarrer Dirk Grafe (Wirbenz), Fischers Ehefrau Katharina Bach-Fischer sowie Pfarrer Christian Rosenzweig aus Bad Rodach.

"Aufgabe des Lebens"

"Schon während der Probedienstzeit hat Pfarrer Fischer mit Elan so viel aufgebaut und auch im Dekanat viele Aufgaben übernommen. Er schafft das alles. Das ist bewundernswert", lobte Slenczka und wiederholte den Wochenspruch: "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem." Zu Beginn des Festgottesdienstes hatte das Pfarrerin Anne Utz aus Eschenbach bereits gesagt und das als "Aufgabe des Lebens" bezeichnet.

Auf das Matthäusevangelium (Mt 5, 38 bis 48) war auch die Predigt von Pfarrer Fischer ausgerichtet. Die Sätze aus der Bergpredigt, wie: "Wenn dich jemand auf deine rechte Wange schlägt, dem biete die andere auch dar", bereiteten einem Schwierigkeiten. Bei einem anderen Satz: "Und wenn dich jemand nötigt, eine Meile mitzugehen, so geh mit ihm zwei", könne begonnen werden, miteinander zu reden. "Wenn zwei miteinander reden, dann tun sie etwas gegen die Feindschaft, gegen Vorurteile gegen Missverständnisse, gegen Misstrauen", sagte der Pfarrer. Aus dem Mund von Bürgermeister Knobloch habe er eine Oberpfälzer Weisheit gelernt: "Mit'm Reden kumma d'Leit zam."

Bild der Liebe

Jesus zeigt neue Wege, wie man mit Unrecht und Gewalt umgehen kann. Das herkömmliche Rezept heißt ja: "Vergelte Gleiches mit Gleichem." Jesus aber sagt: "Handle genau entgegengesetzt wie dein Feind. Segne, wenn er flucht. Liebe, wenn er hasst." Zwar können und sollen wir nicht sein wie Gott, aber so wie Gott uns Menschen gewollt hat. Geschaffen nach seinem Bild, dem Bild der Liebe, so sollen wir sein.

Den Festgottesdienst gestaltete der Bezirksposaunenchor und der Chor "New Voices" unter der Leitung von Walter Thurn. Besonders schön und passend war das Schlusslied: "Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir die Hände reicht; der mit mir Wege geht, der mir die Hoffnung stärkt, der mir das Leben schenkt. Und der Friede Gottes, der höher ist, als alle Vernunft, der halte uns'ren Verstand wach und uns're Hoffnung groß und stärke uns're Liebe."
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.