Fitness trifft auf Robustheit

Solche Späße sollte Dominik Forster gegen den TSV Aubstadt unterlassen: Im Stil von Manuel Neuer "trickste" der Weidener Torwart am Mittwoch im Oberpfalzderby (2:2) beim SSV Jahn II den Regensburger Thomas Hierlmeier aus. Nicht wenigen der mitgereisten SpVgg-SV-Fans stockte der Atem. Bild: A. Schwarzmeier

Ein Sieg, ein Remis - es sieht ganz ordentlich aus, was die SpVgg SV Weiden bislang zustande gebracht. Im Heimspiel am Samstag um 18 Uhr bietet sich die nächste Chance zu punkten. Wenn da nicht ein Gegner wäre, der noch besser in die Saison gestartet ist als die Weidener.

Weiden. (af) Der TSV Aubstadt reist mit weißer Weste in die Oberpfalz. Dem 2:1-Überraschungssieg bei der SpVgg Bayern Hof ließ der Vorjahresneunte am Mittwochabend den nächsten Coup folgen. Die Unterfranken spielten beim 4:0-Heimtriumph über den FC Eintracht Bamberg wie entfesselt auf und ließen dem Regionalligaabsteiger keine Chance. "Alles nach Plan verlaufen", lautete das knappe Fazit von TSV-Trainer Josef Francic. Mit sechs Punkten führt sein Team als Tabellenzweiter zusammen mit dem VfB Eichstätt (1.) und TSV Großbardorf (3.) die Tabelle der Bayernliga Nord an.

Die SpVgg SV Weiden und der TSV Aubstadt haben in der Bayernliga bislang vier Mal die Klingen gekreuzt. Ausnahmslos gab der Heimvorteil den Ausschlag. Auf des Gegners Platz unterlag die SpVgg SV zwei Mal jeweils 0:2, am Weidener Wasserwerk behielt man mit 2:1 und zuletzt 1:0 die Oberhand. Statistik hin oder her - daraus ein Gesetz der Serie abzuleiten, wäre verfehlt.

Als Team geschlossen

Seine Stärke zieht der TSV Aubstadt traditionell aus der mannschaftlichen Geschlossenheit. Kaum ein Bayernliga-Team hat seine Abläufe so verinnerlicht, keines ist so eingespielt und robust wie die Rot-Weißen. Unter allen 18 Klubs meldete der TSV zu Saisonbeginn die wenigsten Änderungen im Kader. Mit Julian Grell (Vorjahr: 7 Treffer) und Martin Thomann (6) gehen weiterhin die besten Schützen der Saison 2014/15 auf Torejagd. Thomann hat bereits wieder zugeschlagen, er traf in Hof und gegen Bamberg. Mit Thilo Wilke (TSV Karlburg) und Mike Dellinger (Würzburger FV) wurden lediglich zwei Neuzugänge verpflichtet.

Obwohl in der Spielzeit 13/14 Vizemeister und erst in der Aufstiegsrelegation gescheitert, üben sich die Aubstädter in Zurückhaltung. "Das war damals ein positiver Ausreißer. Ich hoffe, wir landen wieder im Mittelfeld", beschreibt Fußballchef Florian Abschütz das bescheidene Saisonziel.

Ein klein bisschen mehr erhofft sich die SpVgg SV Weiden. "So lange wie möglich Kontakt nach oben halten", hatte Sportlicher Leiter Christian Stadler die Marschroute vor dem Saisonstart vorgegeben. Keine leichte Aufgabe - trotz des verheißungsvollen Auftakts. Die Schwarz-Blauen sind noch auf der Suche, die ideale Balance zu finden zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen. Stellungsspiel und Zweikampfverhalten sind in manchen Situationen verbesserungsbedürftig. "In einer englischen Woche ist es nicht einfach, die passende Konstellation zu finden. Da bleibt wenig Zeit zu trainieren", sagt SpVgg-SV-Trainer Tomás Galásek.

Kein Nachbesserungsbedarf besteht hinsichtlich der Kondition. Beim 2:2 in Regensburg hat die Mannschaft einmal mehr gezeigt, dass sie läuferisch zu den stärksten der Liga zählt. "Die Spieler sind fit, das ist ganz wichtig", meint Galásek. Allerdings wird sich nicht in jeder Partie die Chance ergeben, in der Nachspielzeit Versäumtes nachzuholen. Vom Vergleich gegen Aubstadt erwartet sich Galásek einen wichtigen Fingerzeig: "Danach können wir besser beurteilen, in welche Richtung es läuft."

Im Kader wird sich keine Änderung ergeben. Rafael Wodniok und Thomas Wildenauer sind noch nicht einsatzfähig, die Langzeitverletzten Tobias Plössner und Marco Kießling sowieso nicht.
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