Flinke Finger, Dialekt und Musik

Den Dreh raus hat Familie Schmid aus Neunburg: Seit mittlerweile zehn Jahren sitzen die Familienmitglieder regelmäßig an den Spinnrädern und verarbeiten verschiedene Fasern. Für sie ist es eine Möglichkeit, Ausgleich von der Hektik des Alltags zu finden. Bild: agr

Ein urgemütlicher Hutschanachmittag setzte den Schlusspunkt unter die Seebarner Brauchtumstage. Spinnräder drehten sich, beim Sticken und Klöppeln wurde Fingerfertigkeit bewiesen. Und selbst die Musik war handgemacht.

Gut mit Publikum gefüllt war das Panoramahotel in Gütenland. Eingangs erläuterte Adolf Greiner, Vorsitzender des Heimatvereins Seebarn, die Intention zur Förderung des Brauchtums. Danach ließen die Sänger und Musikanten aus Dieterskirchen zünftige Blasmusik und harmonische Gesänge hören.

Die Familie Schmid aus Neunburg führte an Spinnrädern das Verarbeiten von Fasern vor. Seit rund zehn Jahren wird bei den Schmids diese Handarbeitskunst als Ausgleich zum Alltag gepflegt. Seit etwa zwei Wochen ist auch Senior Rudolf Schmid vom Spinn-Virus infiziert, wie er verriet. Danach zeigte Barbara Meier Kreuzstiche mit neuen Stoffen. Frieda Roith, die Sprecherin des Klöppelkreises Schönsee-Stadlern-Tiefenbach, veranschaulichte die Kunst und Tradition des Klöppel-Handwerks.

Butter frisch ausgerührt

Der Heimatdichter Andreas "Anderl" Ebnet aus Schwand bei Schönsee ließ selbstverfasste Geschichten hören: Nachdenkliches, Informatives, aber auch Heiteres rund um den Oberpfälzer Dialekt und den Landkreis erfreute die Gäste. Zur Vesperzeit zauberte Benjamin Sorgenfrei (Kulz) frische Butter aus der Rührmaschine, dazu wurden Brot, Schnittlauch sowie Presssack serviert.

Alte Techniken vorgeführt

Die Seebarner Ministranten bastelten Sterne und Weihnachtskarten, diese werden am ersten Advent vor der Kirche sowie beim "Seebarner Advent" verkauft. Beim Stricken und Häkeln ließ Alexandra Mader die Nadeln klappern, bei ihrem Hobby greift sie oftmals alte überlieferte Techniken auf. Nach einem fast zweistündigen Hutschanachmittag endete die Reise in die gute alte Zeit. Es war eine gelungene Veranstaltung, bei der die Hektik des Alltags vergessen werden konnte.
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