Flinke Finger, gestohlene Herzen

Die erst 24-jährige Schauspielerin Margot Robbie schaffte in "The Wolf of Wall Street" ihren Durchbruch. In "Focus" spielt sie Jess, die Geliebte von Nicky (Will Smith).

Kann man einem Dieb jemals trauen? Und was passiert mit einem professionellen Lügner, wenn er sich so richtig verliebt? Diesen Fragen geht "Focus" mit Will Smith auf den Grund - mit viel Humor, ausreichend Action und auch ein bisschen Drama.

Betrug und Lüge, liebenswerte Schwindler und echte Bösewichte, Nervenkitzel und viel Liebe: Die US-Komödie "Focus" hat alle Zutaten für einen unterhaltsamen Kinoabend. Regie führte mit Glenn Ficarra und John Requa ("Crazy, stupid, Love.") ein bewährtes Duo. Als Vorbereitung auf die Hauptrolle ließ sich US-Schauspieler Will Smith, der lange schon keinen echten Hit mehr hatte, sogar zum Taschendieb ausbilden.

Nicky (Smith), ein ebenso genialer wie charmanter Trickbetrüger und Zwecklügner, beginnt ein Techtelmechtel mit Jess, seiner schönen und begabten Auszubildenden im Taschendieb-Business. Die Affäre endet abrupt, zurück bleibt eine verletzte Jess. Drei Jahre später treffen die beiden sich wieder. Nicky bekommt einen Großauftrag vom skrupellosen Auto-Rennstall-Besitzer Garriga, in dem es um eine geheime Formel und viel Geld geht. Dass Jess jetzt mit Garriga zusammen ist, passt ihrem früheren Lehrer und Geliebten allerdings überhaupt nicht.

Smarter Schurke

Cool, ein bisschen hintertrieben und trotzdem ein liebenswürdiger Herzensbrecher: Die Rolle des Nicky ist Will Smith wie auf den Leib geschrieben. Ihm habe das Drehbuch gefallen, weil es Genres komplett ignoriere, sagt der 46-Jährige. "Es ist ein Gaunerfilm, aber auch eine bizarre Komödie, sehr ernst, mit toller Action, und dann ist da noch die Liebesgeschichte." Die Australierin Margot Robbie, die mit "The Wolf of Wall Street" an der Seite von Leonardo DiCaprio den Durchbruch in Hollywood schaffte, ist mit 24 Jahren ungefähr halb so alt wie er.

Wer Hochglanz-Gaunerfilme wie "Catch me if you can" oder "Ocean's Eleven" mag, für den ist "Focus" genau das Richtige: schöne Menschen, lässige Sprüche, lustige Nebendarsteller, schwungvoller Soundtrack und eine überraschende Wendung nach der anderen. Auch Will-Smith-Fans kommen auf ihre Kosten, denn er kann sein komödiantisches Talent voll ausspielen.

An der Oberfläche

Kinobesuchern auf Sinnsuche oder mit einer Vorliebe für logische Handlung müssen sich "Focus" hingegen nicht unbedingt anschauen. Auch die dramatischen Elemente bleiben eher oberflächlich. Dass stets alles ganz anders ist, als es scheint, kann großen Spaß machen - realitätsnah ist es freilich nicht.

Das Taschendieb-Training machte Smith zu schaffen: "Es ist total beängstigend. Man muss wirklich eiskalt sein, um die Hand in jemandes Tasche zu stecken", sagt er. Es sei aber kaum zu glauben, wie leicht Menschen sich ablenken ließen.

Was bleibt? Gut 100 Minuten nicht unbedingt anspruchsvolle, aber gut gemachte, lustige und intelligente Unterhaltung. Der Verdacht, dass von Margot Robbie bald noch sehr viel mehr im Kino zu sehen sein wird. Und die ständige Angst um Geldbeutel, Handy und Armbanduhr.

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Regie: Glenn Ficarra, John Requa - Mit Will Smith, Margot Robbie, Rodrigo Santoro, Gerald McRaney - Musik: Nick Urata - 105 Minuten - frei ab 12 Jahren - Im Internet: film.info/focus
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