Floriansänger führen Oberpfalz und Franken zusammen
Mundart gibt Ton an

Gute Gastgeber waren einmal mehr die Floriansänger mit ihrer Dirigentin Evelin Payer. Bilder: eb (2)
Musik, Gesang und Mundart prägten den 27. Volksmusikabend der Floriansänger. Die Akteure aus Franken und der Oberpfalz glänzten mit ihren Soloprogrammen. Der große Schenk-Saal war restlos besetzt.

Den Gästen, unter ihnen der Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl und Mitglieder des Patenvereins "Auerbacher Boum", versprach der Vorsitzende der Floriansänger, Hans Thiem, ein abwechslungsreiches Programm.

Schon bei den ersten Takten der "Eschenbacher Wirtshausmusi" mit zwei Trompeten, zwei Tenorhörnern, einem Horn und einer Tuba kam Stimmung auf. Die Leitung hatte Thomas Murr. Die Musiker, ein "Zweig" der Eschenbacher Stadtmusik, füllten auch die Pause und unterhielten später noch bis zum Auseinandergehen.

Männerchor hört auf Frau

Zum Stamm der Mitwirkenden gehören selbstverständlich auch die Floriansänger. Ihr Markenzeichen sind nicht nur humorvolle Lieder, sondern auch Vorträge, die zum Nachdenken anregen. Als Beweis der Freundschaft begannen sie ihren Auftritt mit dem Lied "Jetzt grüßma euch heit allezam". In weiteren Vorträgen besangen sie den Lebenslauf von der Kindheit und den Jugendjahren bis ins Alter. Speziell liegen den "lustigen Gesellen" amüsante Einlagen. Geführt wird der Männerchor von Evelin Payer.

Zwei "Bauernmadla"

Als humorvolles Dreier-Gespann zeigte sich an diesem Abend auch die "Florianmusi" mit Emil Habermann (Klarinette und Saxofon), Arthur Fritsch (Steirische) und Erwin Rühr (Akkordeon). Die "Gößmastana Maadla", Burgl und Anneliese, widmeten sich in ihren Liedern mit musikalischer Begleitung der Heimat, den Menschen, der Natur. "Ich bin ein Bauernmadla vom schönen Frankenland", sangen beide beschwingt. Auch dass in früheren Zeiten am königlichen Hof die Kartoffeln eine Delikatesse waren, erzählten sie.

Lustig und spannend ging es bei den "Königsteiner Sängern" zu. Sie träumten von "Hohen Gipfeln und steilen Wänden", waren dann aber plötzlich Stubenhocker, als sie gesanglich "Den Bauern mit seiner schönen Frau" oder das "Alte Weib, das auf der Ofenbank liegt" auf die Schippe nahmen. Musikalisch begleiten ließen sich Hermann Rumpler, Günther Seibold und Paul Pesold vom 13-jährigem Kilian Guttenberger. Er hat es auf der Steirischen und dem Akkordeon schon zu beachtlichen Fertigkeiten gebracht.

Akzente setzte das Neunkirchner Torberg-Trio. Die zwei Sängerinnen wurden von einem Zitherspieler begleitet, der mit seinem Gesang auch gut mit den Frauenstimmen harmonierte. Kennengelernt haben sich die Musikliebhaber aus Neunkirchen am Brand bei einem Auftritt der Floriansänger in ihrem Heimatort.

Als eine große Gruppe zeigte sich die "Plecher Stubenmusik". Mit Hackbrett, drei Zithern und zwei Gitarren kamen sie nach Michelfeld. Ihr Spiel mit den Saiten und der gesangliche Vortrag der Gruppe kam bei den Zuhörern gut an. Leiterin Christa Schmidt kann mit dem Können ihrer Schützlinge zufrieden sein.

Bis nach Erlenstegen

Hermann Frieser wusste als ehemaliger Kreisheimatpfleger viel über die Oberpfalz und das Frankenland zu erzählen. In seinen Mundartgeschichten sprach er "über Gott und die ganze Welt". Von ihm war auch zu erfahren, dass in ganz früheren Zeiten die Oberpfalz bis nach Nürnberg reichte und zwar bis zum Stadtteil Erlenstegen.

Der Volksliederabend stellte der Kultur auf dem Lande ein gutes Zeugnis aus. Er klang aus mit der Hymne "Gott mit dir, du Land der Bayern".
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