Flossenbürg im Blickpunkt

Noch geben die Handwerker den Ton an. Ein völlig neues Gesicht, hier speziell einen neuen Parkettboden, bekommt derzeit der große Saal im ehemaligen SS-Kasino. Bild: nm

Ein Veranstaltungsmarathon zu den Jahrestagen rund um das ehemalige KZ Flossenbürg steht der Gemeinde Flossenbürg im April bevor. Über neun Tage ziehen sich die Gedenkveranstaltungen hin. Viel Prominenz hat sich angesagt.

Flossenbürg. (nm) Zwei Jahrestage lösen in der Grenzgemeinde eine Flut von Terminen aus. Sieben Jahrzehnte sind seit der Ermordung Dietrich Bonhoeffers (siehe Seite 55) und weiterer Männer aus den Reihen des militärischen Widerstandes vergangen. Wenige Tage später wird an die ebenfalls 70 Jahre zurückliegende Befreiung des KZ erinnert.

400 Jugendliche kommen

"Es gibt doch nun einmal Dinge, für die es sich lohnt, kompromisslos einzustehen." Das Zitat Bonhoeffers stellt die Evangelische Jugend in Bayern als Motto über die Tage vom 8. bis 11. April. 400 junge Leute setzen sich mit der Thematik "Widerstand im Dritten Reich und heute" auseinander. Das Programm spannt sich von der Gedenkandacht zur Todesstunde des Kirchenlehrers bis hin zur Frage, wie viel Gewalt der Frieden braucht.

Einen Tag nach Abschluss der Jugendbegegnung am 12. April kommt Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm nach Flossenbürg. Im Anschluss an den Gottesdienst, der live im Bayerischen Fernsehen übertragen wird, wird vor der evangelischen Kirche das neue Bonhoefferdenkmal der Öffentlichkeit übergeben. Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Befreiung des KZ durch die amerikanischen Streitkräfte steht der 26. April.

Live im Fernsehen

Angesagt haben sich für den Sonntagnachmittag neben Überlebenden des Naziterrors und Angehörigen aus 16 Nationen hochrangige Gäste. Kommen werden unter anderem der Sprecher der ehemaligen Häftlinge Dr. Jack Terry, Ministerpräsident Horst Seehofer, Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle, Kulturstaatsministerin Professorin Monika Grütters, der Direktor der Stiftung Bayerische Gedenkstätten Karl Freller und der tschechische Kulturminister Daniel Hermann.

Unmittelbar vor der Gedenkfeier - auch sie wird live im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt - wird das neue Bildungszentrum der Bestimmung übergeben. Das ehemalige SS-Kasino, nach dem Krieg wurde es über Jahrzehnte als Gaststätte genutzt, verwandelte sich während der zurückliegenden Monate in eine Stätte der Begegnung und des Lernens. Aktuell geben dort noch die Handwerker den Ton an, künftig stehen Seminar- und Veranstaltungsräume zur Verfügung. Untergebracht ist auch ein Museums-Café, das vom Heilpädagogischen Zentrum Irchenrieth betrieben wird. Weitere Höhepunkte im Rahmen der Feierlichkeiten stehen am 25. April mit der Eröffnung einer neuen Wechselausstellung und am Abend mit einem Lied-Oratorium in der evangelischen Kirche an. Es ist mit "Bonhoeffer - Ein Leben" überschrieben. (Angemerkt)
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