Flüchtlinge ziehen ins Golfhotel

Das ehemalige Golfhotel Zum Kapellberg steht momentan leer. Demnächst bietet es Asylbewerbern eine Unterkunft. Bild: wku

Die Golfer haben schon vor längerer Zeit die letzte Platzrunde in Namsreuth gespielt. Seitdem stand das Clubhotel leer. Jetzt kündigen sich neue Bewohner an.

Nach der Insolvenz der Königsteiner Golfanlagen GmbH & Co. KG und der Auflösung ihrer Anlage hatte ein Königsteiner Geschäftsmann das Hotel erworben. Er einigte sich jetzt mit dem Landkreis über eine Nutzung für Asylbewerber. Momentan steht das Gebäude noch leer, werde aber demnächst mit bis zu 20 Flüchtlingen belegt, meldete Bürgermeister Hans Koch dem Königsteiner Marktrat.

Debatte ums Schreinerhaus

In dieser Sitzung stellten die Freien Wähler den Antrag, das ehemalige Schreinerhaus in der Sulzbacher Straße 2 zu verkaufen. Vergangenes Jahr hatte es die Marktgemeinde erworben, um den Schützenverein Tell und die Bergwacht dort unterzubringen. Das hat sich inzwischen erledigt. Deshalb schlugen die Freien Wähler vor, das Gebäude zu verkaufen und mit dem Erlös die Friedhöfe in Königstein und Kürmreuth sicherer zu gestalten. Pflaster, Randsteine und Mauer sollten ausgebessert sowie eine Lautsprecheranlage installiert werden. Der restliche Erlös aus dem Hausverkauf solle in die Rücklagen fließen.

Apotheke zeigt Interesse

Bürgermeister Hans Koch sprach sich gegen den Antrag aus. "Momentan werden Gespräche geführt, wie man das Haus anderweitig nutzen kann", erklärte er. So bekunde zum Beispiel eine Apotheke ihr Interesse an der Einrichtung einer Filiale. Der Marktrat habe doch auch die Verpflichtung, die Infrastruktur zu verbessern. Mit der Regierung der Oberpfalz werde geprüft, in welcher Höhe Städtebau-Fördermittel gewährt werden könnten. Außerdem habe die Gemeinde das Anwesen auch gekauft, weil Teile schon für den Parkplatz genutzt wurden. Komme keine andere Nutzung zustande, könne man das Anwesen immer noch verkaufen. Auch wäre denkbar, es für Asylbewerber bereit zu stellen.

Die Argumente des Bürgermeisters überzeugten die Freien Wähler nicht. Ihre fünf Stimmen reichten aber nicht, denn die CSU/Einheitsliste lehnte mit sechs Markträten und dem Bürgermeister einen sofortigen Verkauf ab. Koch fügte noch hinzu, dass der Verkaufserlös bei weitem nicht dazu ausreichen würde, die Kosten für die Renovierung der beiden Friedhöfe zu decken.
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