Flüchtlingsflut behindert Fahndungsarbeit - Inspektion in Waidhaus fehlen 60 Beamte
Bundespolizei stößt an ihre Grenzen

Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht informierte sich bei der Bundespolizeiinspektion Waidhaus über die Schleuserkriminalität. Dabei erläuterten der Leiter des Ermittlungsdienstes, Hauptkommissar Martin Roth (Zweiter von rechts), und der Spezialist auf diesem Gebiet, Hauptmeister Michael Stangl (rechts), die Recherchemöglichkeiten in unterschiedlichen Datenbanken. Bild: hfz
Waidhaus. "Die anhaltende Migrationslage schränkt unsere Fahndungsarbeit erheblich ein", gab Erster Polizeihauptkommissar (EPHK) Wolfgang Franz zu. Der stellvertretende Leiter der Bundespolizeiinspektion Waidhaus zeigte beim Besuch des Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht die aktuelle Problematik wegen der vielen Flüchtlinge mit Schwerpunkt an der Südgrenze und die Auswirkungen auf unsere Region auf.

60 Beamten fehlen

"Wegen der umfangreichen Unterstützung durch Personal und Sachbearbeitung für die Inspektionen an der Südgrenze findet derzeit eine Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität in unserem Zuständigkeitsbereich nur sehr eingeschränkt statt", sagte Franz. Rupprecht verstand zwar auch die Problematik der Bundespolizei in Südbayern, er werde aber genau darauf achten, dass die Bundespolizei Waidhaus mit den Revieren am Weidener Bahnhof und in Bärnau nicht unter die Räder komme. "Man kann schließlich nur Straftaten und Delikte feststellen, wenn man genügend Fahndungskräfte vor Ort hat und diese nicht ständig zur Abarbeitung von Migranten am PC sitzen", kritisierte Rupprecht. Die derzeitige Welle dürfe die Strukturen der Waidhauser Inspektion nicht zerdeppern.

Laut Franz fehlen der Inspektion insgesamt 60 Beamte. Fast 30 Polizisten seien ständig für Unterstützungsleistungen anderer Dienststellen bayernweit unterwegs, und mehr als 30 Dienstposten der Inspektion seien bisher nicht nachbesetzt worden.

"Wir sind nach wie vor leistungsfähig, was auch die Bewältigung von drei Großaufgriffen in einer Woche beweist. Aber wir stoßen in Waidhaus langsam an unsere Grenzen." Durch diese Unterstützungsleistungen und die fehlenden Nachbesetzungen blute die Inspektion aus.

Wunsch: Junge Kräfte

"Eine Fahndungspolizei wie wir braucht mehr Personal, um die Kriminalität zu bekämpfen und Straftaten aufzudecken", ergänzte der Leiter des Ermittlungsdienstes, Erster Hauptkommissar Martin Roth. "Nur wer auf der Straße ist, kann Feststellungen machen."

Durch den Migrationsdruck und die Personalproblematik werde die Bekämpfung der Rauschgift- und Waffenkriminalität und damit auch der Schleuserkriminalität beeinträchtigt. Hinsichtlich der beabsichtigten 3000 neuen Stellen, die sich vermutlich erst in drei Jahren auswirken werden, wünschte sich der Chefermittler mit Blick auf den Altersdurchschnitt von 50 Jahren junge Nachwuchskräfte.
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