Flüssiges Obst

Ein Erlebnis war für die Klasse 8 G der Staatlichen Wirtschaftsschule Eschenbach der Besuch in der Haselbrunner Mosterei, wo in Theorie und Praxis der Weg der Äpfel bis zum fertigen Saft vorgeführt wurde. Interessant war unter anderem das Verpacken einer "Bag" mit frisch gepresstem Apfelsaft und tropfsicherem Verschluss in eine Box. Bild: gpa

"Weit ist der Weg vom Einsammeln der Äpfel über das Anliefern in der Mosterei bis zum Endprodukt, frisch gepressten Apfelsaft." Wie der letzte Teil der Strecke konkret vor sich geht, das erfuhr die Klasse 8 G der Wirtschaftsschule Eschenbach vor Ort.

Äpfel von ihrer Streuobstwiese benutzte Maria Ott, die Leiterin der Mosterei, um den Schülern das Arbeiten und Funktionieren der Anlage zu demonstrieren. In ihrer "Dienstkleidung" - rote Bluse, grüne Arbeitshose - gab sie eingangs den Jugendlichen und ihrer Klassenlehrerin Eva Rauh einen Überblick über den Weg vom Apfel zum Apfelsaft.

Der Begrüßung durch die "Chefin" folgte eine ausführliche Information der Gäste durch Ehemann Hermann. Er ist eigentlich Boss einer großen Oberpfälzer Bank, tauscht aber gerne mal seinen Anzug mit den Arbeitsklamotten der Mosterei und springt dort auch als sachkundiger Helfer ein.

Wichtige Inhaltsstoffe

Von ihm hörten die Schüler von Vitaminen und Mineralien im Apfel und dass Polyphenole entzündungshemmend sind, bei Darmkrebs, Arteriosklerose sowie Karies und Zahnfäule vorbeugend wirken sowie die Aufnahme Allergie auslösender Proteine verhindern. Polyphenole schmecken sauer und sind für die Bräunung des Fruchtfleisches verantwortlich. Dabei ist auch interessant, dass viele alte Apfelsorten, insbesondere Mostäpfel, sehr hohe Mengen an Polyphenolen enthalten. Als Beispiel nannte Ott den "Bohnapfel" mit etwa 1600 Milligramm pro Liter Saft. Im Vergleich dazu: "Boskop"-Äpfel enthalten 950 und "Elstar" nur 500 Milligramm pro Liter. Die Apfelsorte "Jonagold" mit 330 Milligramm pro Liter war das Schlusslicht dieser Aufzählung.

Nach soviel Theorie erlebten die Wirtschaftsschüler die moderne Anlage in der Praxis. Sie verfolgten den gesamten Prozess des Mostens: Wie die Äpfel gewaschen werden, dann eine Schnitzelanlage durchlaufen und die gehackten Apfelstücke über einen Dosierkasten in die Bandpresse befördert werden.

Frisch gepresster, naturreiner Apfelsaft ist das Ergebnis dieser Prozedur. Dem Filtern und Pasteurisieren des Saftes, der kurze Zeit auf 78 Grad Celsius erhitzt wird, folgt schließlich die automatische und kontrollierte Abfüllung in sterile Vakuumpackungen.

Ohne chemische Mittel

Stolz ist Maria Ott auf die handlichen Saftsäcke, "Bag in Box" genannt, die mit einem tropfsicheren Verschluss versehen sind. Mit diesem Verfahren werden der volle Geschmack und der Erhalt natürlicher Vitamine und Inhaltsstoffe garantiert. Außerdem werden keine chemischen Mittel zur Haltbarmachung benötigt. Auch nach einjähriger Lagerung fließe deshalb der Apfelsaft in gleicher Qualität wie am Abfülltag aus der Box, machte Ott deutlich.

Natürlich probierten zum Schluss der Exkursion alle den frisch gepressten Apfelsaft. Dass er den Wirtschaftsschülern sehr gut schmeckte, zeigte das mehrmalige "Nachschenken". Zwei "Bag in Box" mit frischem Apfelsaft waren das Dankeschön der Leiterin der Mostanlage für das vorbildliche Verhalten der Jugendlichen während dieser Besichtigung.
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