Förder-Regeln bleiben auf Eis

Die geplante Richtlinie zur Unterstützung der Vereine bewegt die Gemüter. "Wir versuchen verzweifelt, 7alle Unwägbarkeiten auszuschließen. Das ist schlichtweg ein Schmarrn!", erboste sich 3. Bürgermeister Norbert Gradl im Stadtrat. Vielleicht solle da etwas getarnt werden.

Für viel Diskussionsstoff sorgte am Mittwoch erneut die Richtlinie für die Vereinsförderung durch die Stadt. Bereits im April war ein Antrag der Freien Wähler zu diesem Thema vertagt worden. Auch dieses Mal traf der Stadtrat keine Entscheidung. Erst soll der Hauptausschuss darüber beraten.

Für überregionale Arbeit

Für die Freien Wähler erläuterte Holger Eckert, vor allem Vereinen unter die Arme greifen zu wollen, die ehrenamtlich und überregional tätig werden. Partnerschaften und Jubiläen sollten ebenfalls gefördert werden, politische Parteien oder Religionsgemeinschaften dagegen nicht. So wurde die Richtlinie nun formuliert, ohne Beträge zu nennen.

Die SPD um ihren Sprecher Dr. Edmund Goß hatte bereits im April gegen den Vorschlag gestimmt. Es sei ein zu enges Korsett, mit dem sich die Stadt einschränke. "Wir regulieren, was nicht reguliert werden muss. Wir müssen als Stadtrat ohnehin jeden Antrag einzeln prüfen und dürfen uns hinter einem Regularium nicht verstecken." Vor allem einen Passus über die Jugendförderung vermisste Goß in den aktuellen Vorschlägen. Darauf solle grundsätzlich mehr Augenmerk gerichtet werden.

Herbert Appl (CSU) störte sich an der Vorgabe, dass Vereinsmitglieder zur Mehrheit aus Auerbach sein müssten. Dann hätte die Knabenkapelle keine Aussicht, gefördert zu werden, da viele Musiker aus der Region kämen. Die Abgabetermine für Anträge am 31. Oktober und 31. März missfielen Appl ebenfalls. Bis ein Verein mit Geld rechnen könne, vergehe viel zu viel Zeit.

Dem widersprach Bürgermeister Joachim Neuß, der keinen Termindruck schaffen möchte. Grünen-Stadtrat Bernd Scheller vermutete einen Anreiz für Begehrlichkeiten und bat um eine erneute Vertagung.

Hitzig reagierte 3. Bürgermeister Norbert Gradl: "Wir versuchen verzweifelt, alle Unwägbarkeiten auszuschließen. Das ist schlichtweg ein Schmarrn!" Er äußerte den Verdacht, dass das Regularium ohnehin nur Tarnung dafür sei, die Handballer für ihren Bundesligaaufstieg wieder zu unterstützen.

Bürgermeister Neuß trat dem Eindruck entgegen, dass allein die Sparte Handball profitiere. Jeder Verein, der Entsprechendes leiste, könne auf Förderung hoffen. Aber ein Regularium erleichtere die Voraussetzungen.

Herbert Appl erinnerte an die großzügige Finanzspritze für die Handballer bei ihrem Aufstieg in die 3. Bundesliga vor drei Jahren. Damals flossen 8000 Euro. Das habe für böses Blut bei anderen Vereinen gesorgt. "Neid und Missgunst können nur mit einem vernünftigen Regelwerk vermieden werden", betonte Appl. Er beantragte, die Förderrichtlinien im Hauptausschuss zu prüfen und dann erneut dem Stadtrat vorzulegen.

Die Tatsache, dass der Schützenverein Speckbachpelzer Michelfeld für seine geplante Bogenschützenanlage 220 Euro gewährt bekam, ging durch die kontroverse Diskussion fast unter. Einstimmig votierte der Stadtrat nach der bisherigen Fünf-Prozent-Regelung für diesen Antrag.
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