Fracking auf Tritschler-Areal

Neustadt

Narren-Hochburg Neustadt: Über 10 000 Besucher jubelten am Sonntagnachmittag beim Faschingszug den Maschkerern zu. Die Wagen überraschten mit vielen lokalen Themen, die Stimmung war prächtig.

Neustadt/WN. (sgb) Wie viele Besucher genau die Straßen säumten, darüber gehen die Meinungen weit auseinander. Während der Veranstalter von 20 000 ausgeht, schätzt die Neustädter Polizei zwischen 9000 und 13 0000 Zuschauer.

Die 74 Faschingsgesellschaften ließen sich wirklich einiges einfallen. "Heuer hatte wirklich jeder ein Motto", freute sich vom Verein Neustädter Faschingszug Monika Frischholz. Sie begrüßte am Stadtplatz mit Präsident Daniel Sommer die Umzugswagen mit einem lauten "Helau!".

Den Anfang machte, wie alle Jahre, die Feuerwehr Neustadt. Sie sorgte auch rund um die Veranstaltung mit Polizei und BRK für die Sicherheit der Besucher, während sich der Gaudiwurm durch die Kreisstadt schlängelte.

Ein echter Hingucker war der überdimensionale VW-Bus mitsamt riesen Joint der Feuerwehr Iffelsdorf. Das Motto: "Don't worry, be Hippie!" Im letzten Jahr hatte die Störnsteiner "Wilde 13" den Stadtplatz noch saniert - in diesem Jahr testete sie das umstrittene Fracking und schlug dafür das Gelände der früheren Glasfabrik Tritschler vor.

Narren-Hochburg Neustadt: Über 10 000 Besucher jubelten am Sonntagnachmittag beim Faschingszug den Maschkerern zu. Fotos: Gabi Schönberger



Unter dem Motto "Rede- und Pressefreiheit wie im wilden Westen" marschierte die Gruppe "The Swinging Hat" durch Neustadt. Vor ihren Wagen hatte sie symbolisch den "Neuen Tag" gehängt. Die Jungs von der "Sektion Zoigl" warben für einen Wirt im verlassenen "Bärensaal". Und auch bei der Zoigljugend Neuhaus ging es ums Bier. Sie feierte "600 Jahre Brautradition". Auf dem Stadtplatz gab es zu diesem Anlass auch gleich noch ein Ständchen: "Wir ham a Fassl voll Bier dabei", trällerten die Neuhauser lautstark - und der ganze Stadtplatz grölte mit.

Die Fußgruppe der Faschingsgesellschaft Plößberg hatte sich ebenso dem Gerstensaft verschrieben: "Bier macht schön, oder hast du schon mal einen Mann gesehen, der sich schminkt!" Auch ein Gefangenentransport des Burschenvereins Floß mischte sich unter die Faschingswagen. Jubilar Mathias Brewitzer aus Neustadt feierte sogar den 80. Geburtstag im Gaudiwurm.

Aber nicht nur die Veranstalter und Teilnehmer hatten sich in Schale geworfen, unter den Feierwütigen waren viele Superhelden, kuschelige Einhörner und gefährliche kleine Krokodile. Bürgermeister Rupert Troppmann war dieses Mal kein Clown: Er mischte sich als Mexikaner unters Narrenvolk.

Jedes Jahr mehr werden die Versorgungsstände. Da es im vergangenen Jahr sehr viele Scherben gegeben hatte, durften heuer die Getränke nur noch in Bechern verkauft werden. Das hat sich bewährt, genauso wie der starke Polizeieinsatz. Es kam bis zum Abend zu keinen Zwischenfällen, auch bei der After-Zug-Party.
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