Fragebogen über angedachte Wasser-Entkalkungsanlage sorgt bei Hermann Schmidt für Unmut
Hickhack ums "harte Wasser"

Die geplante Entkalkungs- und Enthärtungsanlage für die Wasserversorgung Königstein sorgte bei der letzten Marktratssitzung für eine langanhaltende und stimmungsgeladene Diskussion. Eigentlich wollte Bürgermeister Hans Koch nur den Fragebogen vorstellen, der an jeden Haushalt gehen soll. Anonym sollten die Bürger darin befragt werden, ob sie eine zentrale Trinkwasserenthärtungsanlage, die im bestehenden Wasserwerk eingebaut würde, wünschen.

Koch erklärte, dass das Königsteiner Wasser eine relativ hohe Gesamthärte zwischen 19 Grad dH und 21 Grad dH, also Härtegrad 3, aufweist. Dabei tendiert das Wasser, verursacht durch den relativ hohen Anteil von Karbonhärte an der Gesamthärte, eher noch zum Härtegrad 4. Im Vergleich dazu hat das Wasser der benachbarten Sigl-Sigras-Gruppe eine Gesamthärte von nur 7,5 bis 8 Grad dH.

Häufige Beschwerden

Immer häufiger werden Beschwerden an die Marktgemeinde über das harte bzw. kalkhaltige Wasser herangetragen. Das bewog den Marktrat dazu, über eine Veränderung des Trinkwassers in einem vertretbaren Aufwand nachzudenken. Drei Enthärtungsanlagen besichtigte der Marktrat und informierte sich eingehend über die Vor- und Nachteile. So sei es möglich, das Trinkwasser auf ca. 10 Grad dH bzw. 12 Grad dH, also auf Härtegrad 2, einzustellen. Laut einer Grobkostenschätzung beläuft sich die Anschaffung auf 500 000 Euro. Dies bedeute für die Bürger eine Erhöhung des Wasserpreises von 1,22 Euro auf 1,62 Euro pro Kubikmeter. Jedoch gibt es auch viele Einsparungen durch Minderverbrauch an Wasch- und Putzmitteln, durch weniger Reparaturen an Haushaltsgeräten in Höhe von ca. 120 Euro.
Als Bürgermeister Koch den Fragebogen vorstellte, meldete sich Marktrat Hermann Schmidt zu Wort und erklärte, dass ihm das ganze Vorhaben "suspekt" sei. "Wir brauchen diese Enthärtungsanlage nicht unbedingt, auch hat im weiten Umkreis keine Gemeinde eine solche Anlage", meinte Schmidt. Auch sei es ihm viel zu wenig effektiv, dass der Härtebereich nur bis 12 dH gesenkt wird. Erst wenn der Härtegrad auf 6 Grad dH minimiert würde, wäre er einverstanden.

Bürgermeister Koch entgegnete ihm, dass es nicht sein Wunsch sei, die Anlage anzuschaffen. Vielmehr seien schriftlichen Beschwerden bei ihm über das "harte Wasser" eingegangen. Sollte die Fragebogen-Aktion ergeben, dass die Bürger nicht hinter der Enthärtungsanlage stehen, wird diese selbstverständlich nicht eingebaut.

Darauf entgegnete Hermann Schmidt, dass er den Fragebogen lediglich als Werbeschreiben der Gemeinde sehe, der so abgefasst ist, dass die Bürger diesen nur bejahen könnten. Auch wäre die Anlage im Marktrat kaum zur Sprache gekommen. Dies verneinte Koch heftig. Oft sei im Marktrat über dieses Thema gesprochen worden. Er warf Schmidt vor, sich keine objektive Meinung gebildet zu haben. Da dieser eine private Entkalkungsanlage besitze, sehe er wahrscheinlich keine Notwendigkeit für eine zentrale Anlage.
Auch an den drei Besichtigungsfahrten hätte Schmidt nicht teilgenommen und sich nicht informiert. Bei dieser heftigen Diskussion wirkten die meisten Markträte genervt, bis einer einwarf, dass es eigentlich um die Besprechung des Fragenbogens, nicht um die Anschaffung der Anlage als solche gehe.

Schließlich wurde sich darauf geeinigt, den Fragebogen anhand einer Wurfsendung den Bürgern zukommen zulassen. Für die Abfrage gelte eine vierzehntägige Rückmeldefrist. Um auf die Wünsche von Marktrat Schmidt einzugehen, erklärte sich Koch bereit, einige Zahlen im Fragebogen zu ändern bzw. zu streichen.

Die Hütte am Bergl

Die Wasserwachtshütte am Bergl ist renovierungsbedürftig. Vorsitzende Tanja Knahn stellte deshalb den Antrag an die Marktgemeinde, die Hütte künftig auch Interessierten und Nichtmitgliedern für Feiern zur Verfügung zu stellen. Mit den relativ günstigen Mieterlösen könne man die Finanzierung leichter bewältigen. Da die Marktgemeinde Eigentümer ist, benötigte die Wasserwacht bzw. das Rote Kreuz deren Zustimmung, die der Marktrat einstimmig erteilte.
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