Fragezeichen hinter neuen Fußgänger- und Radbrücke
Planungen für die Katz'

Die alte Bahnbrücke ist abgebrochen, der Neubau schien in trockenen Tüchern. Von wegen: Ein großes Fragezeichen steht jetzt hinter der neuen Fußgänger- und Radbrücke, welche die beiden Iffelsdorfer Ortsteile verbinden sollte.

Der Dauerbrenner beschäftigt die Stadt seit Jahren: Ein Schienenfahrzeug war gegen ein Widerlager der Brücke gefahren, die in Iffelsdorf den alten Ortskern mit dem neuen Wohngebiet verbindet. Aus Sicherheitsgründen wurde das Bauwerk gesperrt. Langwierig gestaltete sich das Tauziehen um die Verantwortlichkeit und Zuständigkeiten bei einer Sanierung oder einem Neubau. Die Brücke wurde schließlich aus dem Gleisbett gehoben, die Bahn beteiligte sich an den Kosten.

Seit drei Jahren klafft nun die Lücke zwischen den nach wie vor intakten Widerlagern, steht der Sicherungszaun. Die Bauverwaltung steckte ein enormes Arbeitspensum in die Vorbereitung der Neubaumaßnahme, die mit 222 000 Euro im Haushalt eingeplant ist. Der Stadt hätte der Bau abzüglich Förderung rund 100 000 Euro gekostet.

Den bisherigen Plänen nach sollte eine Rad- und Fußgängerbrücke die beiden Ortsteile wieder verbinden. Der Bauentwurf war fertig und bereits an das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach weitergeleitet - ebenso an die DB Netz und das Eisenbahnbundesamt, gab Verwaltungsleiter Bernhard Baumer in einer der letzten Sitzungen bekannt. So wie ein Bauantrag vom Landratsamt genehmigt werden muss, sind Vorhaben, welche die Bahn betreffen, der DB Netz vorzulegen. Baumer rechnete damit, dass die Maßnahme noch im Herbst ausgeschrieben werden kann. Daraus wird nun nichts.

Bisher anders bewertet

Bürgermeister Richard Tischler liegt ein Schreiben vor, wonach die DB Netz die vorgelegte Planung ablehnt. Sie fordert im Gegensatz zu ihrer bisherigen Haltung eine lichte Weite und Höhe, die für eine Elektrifizierung ausreicht, so Tischler. "Alle Planungen waren für die Katz'". Tischler verwies in der Stadtratssitzung am Mittwoch darauf, dass in den Verhandlungen 2008 und 2011 das Thema Elektrifizierung von der DB Netz anders bewertet wurde. Auf Nachfrage von Stadtrat Manfred Bruckner betonte der Bürgermeister, dass die Stadt durchaus entsprechende Fragen gestellt habe. Stets habe es - auch schriftlich festgelegt - geheißen, "dass wir die Brücke wie vorgesehen bauen können und in der Konstruktion nicht höher und weiter werden müssen." Eine Elektrifizierung sei "nicht vorgesehen".

Angesichts der nun durch die Elektrifizierung erforderliche Konstellation müssten die alten Widerlager - bisher als verwendungsfähig eingeplant - entfernt werden. Im Gelände wäre dann eine enorme Steigung zu bewältigen. Kaum machbar bei der vorherrschenden topografischen Lage und der beengten Situation.

Der Stadtrat steht nun, so Tischler, vor der Frage, "wie es weiter geht und was mit den bisher entstandenen Kosten passiert. Wer soll sie tragen? Gibt es einen Aufteilungsschlüssel mit der Bahn?" Die Gespräche werden nicht einfacher, sind doch laut Geschäftsstellenleiter Bernhard Baumer die bisherigen Entscheidungsträger auf seiten der Bahn entweder in den Ruhestand gegangen oder in andere Bereiche gewechselt.

Bürgermeister Tischler hat für 22. Oktober eine Teilbürgerversammlung im Gasthaus Herdegen anberaumt, in der die neue Situation mit den Iffelsdorfern besprochen wird.
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