Franz Huber stellt Organisation und Abläufe im Waldkindergarten näher vor - Zeit für ...
"Wilde Wichtel" ohne Türen und Wände

Bewegung ist das Tor zum Lernen.
"Der Waldkindergarten kommt so sicher wie das Amen in der Kirche." Diese Aussage machte der Träger der Einrichtung, Franz Huber, von der Organisation "h+b learning" und Landesvorsitzender der Waldkindergärten bei einem Informationsabend am Donnerstag in der Gaststätte "Triff Nix".

Nur in welchem Waldstück, das steht in den Sternen, denn die Jagdgenossenschaft Vohenstrauß hat sich in einer Stellungnahme einstimmig gegen einen Waldkindergarten in ihrem Revier ausgesprochen. Der Förderverein "Wilde Wichtel" und Huber werden sich nun nach einem neuen Grundstück umsehen.

Miteinander angestrebt

Gegen eine Organisation will Huber keinesfalls angehen, er strebt vielmehr ein Miteinander an. Eröffnet werden soll der Waldkindergarten am 1. März 2013 mit vorerst fünf Kindern, erfuhren die Zuhörer. Einem Vater aus Pfreimd geht dies offenbar zu langsam. Er würde "am liebsten morgen" seine Kinder nach Vohenstrauß bringen.

Unter dem Titel "Der Waldkindergarten ist ein zukunftsstabiles Modell der Frühpädagogik" stellte Huber Einrichtungen vor, die sich eines enormen Zulaufs erfreuen. "Diese Form der Frühpädagogik wird viel nachgefragt und ist zeitgemäß." Der Tagesablauf unterscheide sich nicht von einem herkömmlichen Kindergarten. Nur hat der Waldkindergarten weder Türen noch Wände.
Huber informierte, dass es bayernweit 250 Waldkindergärten gebe. "Die vielen blauen Augen und blutigen Nasen, die wir uns anfangs geholt haben" seien Vergangenheit. Deswegen biete er nun Unterstützung an.

Klara Balk aus Letzau stellte der Träger als Leiterin vor. Balk war 18 Jahre als Erzieherin unter anderem in Flossenbürg und Regensburg tätig. Jetzt will sie die "Wilden Wichtel" begleiten, Tiere beobachten, im Winter mit ihnen auf Spurensuche gehen und sich am offenen Feuer in einem Topf hin und wieder leckeres und vor allem gesundes Essen zubereiten.

Huber verwies besonders auf die Abhärtung der Kinder und die Stärkung des Immunsystems. "Bewegung ist das Tor zum Lernen." Lernen mit allen Sinnen werde im Wald großgeschrieben. Mit viel Geld würden in Regelkindergärten spielzeugfreie Tage eingerichtet, da die Wissenschaft erkannte, dass hier bereits erste Spuren für eine Suchtgefahr gelegt werden. Deshalb brauchten Waldkinder keine Puppen- oder Bauecke. "Eine Rinde wird zum Segelschiff."
Das pädagogische Personal übe mit den Kindern gleichwohl nachvollziehbare feste Grenzen und Regeln ein, die ein sicheres Bewegen der Gruppe im Wald gewährleisten. Auch ohne Zaun bräuchten die Eltern keine Angst zu haben, dass ihre Sprösslinge wegliefen. Ein Waldkindergarten müsse die gleichen Qualitätsmerkmale aufweisen wie ein Regelkindergarten, so dass auch jedes Kind im Wald gut auf die Schule vorbereitet wird, zerstreute Huber Bedenken. Spielen sei eine der Grundvoraussetzungen für erfolgreiches Lernen. Die Kinder müssten wenigstens von der Geburt bis zur Schule Zeit für ihre Entwicklung haben.

Huber stellte klar, dass es in seinen Waldkindergärten keine Kompostvariante für den Toilettengang mit Schäufelchen gebe. Huber möchte viel lieber ein Holzhäuschen von einem Hobbyschreiner für diesen Zweck ähnlich dem bekannten Plumpsklo zimmern lassen. Überhaupt spiele sich das sowieso ein und die Kinder bräuchten dieses nur für das kleine Geschäft, denn das große verrichten sie sowieso zu Hause.

Am besten aufhängen

Einen Rat hatte Huber für die Eltern: "Geben sie es auf, ihr Auto sauber halten zu wollen". Das sei fast unmöglich. Ebenso verhalte es sich mit der Kleidung der Kleinen. "Aufhängen, trocknen, ausstauben."

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Weitere Informationen im Internet:

http://www.lv-waldkindergarten-bayern.de/
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