Franz Spichtinger zu sozialen Herausforderungen
Drängende Fragen

Wernberg-Köblitz. "Die KAB entwickelte bereits in der Umbruchszeit des 19. Jahrhunderts aus dem Glauben heraus, mit Hilfe der kirchlichen Soziallehre und im Geist des Evangeliums eigene Initiativen für eine bessere, gerechtere, solidarische und soziale Zukunft aller", betonte Franz Spichtinger in seiner Festrede zum KAB-Jubiläum. Der heutige Sozialstaat, Humanität und Hilfsbereitschaft hätten ihre Wurzeln im Christentum. Doch Europa sei zu einem Kontinent des verlorenen Glaubens geworden. "Nun lenken Flüchtlingsströme ihren Weg ins gelobte Land Europa. In dieser völlig neuen Zeit werden Gewissensfragen drängend und die Flüchtlingsnot macht deutlich, wie sehr der Mensch nach Recht und Gerechtigkeit dürstet. Vielleicht stellt die Flüchtlingskrise das Lebensmodell des Westens infrage," meinte Spichtinger kritisch.

Für ihn muss jetzt der Glaube in Taten sichtbar werden: "Wenn wir zwar um das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter wissen, gleichzeitig aber dem Flüchtling, dem Obdachlosen nicht beistehen, der unsere Wege kreuzt, ist alles nichts". Ein Glaube, der sich nicht im Handeln auswirke, sei tot. Die Kirche und die Welt bräuchten deshalb immer wieder Menschen wie die KAB-Mitglieder, die "aus christlichem Geist die Zeichen der Zeit als Handlungs- und Gestaltungsauftrag begreifen."
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