Fred Böckl wie entfesselt

Fred Böckl trumpfte bei den deutschen Tennis-Meisterschaften in Essen groß auf. Der Weidener dominierte die Konkurrenz in der Altersklasse 65 und gewann seinen sechsten deutschen Einzel-Titel. Bild: hfz

Drei Wochen nach dem Triumph bei den Hallen-Europameisterschaften in Seefeld deklassierte Fred Böckl bei der "Deutschen" die nationale Tennis-Elite. Im Finale bezwang der Weidener den ungesetzten Eckart von Salis (TC St. Mauritz) mit 6:2 und 6:1.

Weiden. Bei den deutschen Meisterschaften in Essen war im 64er-Feld der Altersklasse 65 nahezu alles vertreten, was im deutschen Tennis Rang und Namen hat. Der eindeutigste Beweis dafür ist, dass Fred Böckl als amtierender Europameister nur an Nummer vier gesetzt war.

Böckl in prächtiger Form

Von der ersten Runde an präsentierte sich der für den TC Aschheim (München) startende Weidener in prächtiger Form. Weder Hans Schatz vom Regionalligisten HTC Krefeld (6:0, 6:1) noch Peter König (TC Elberfeld/6:3, 6:1) hatten gegen dessen druckvolles Spiel ein Rezept. Im Achtelfinale wartete dann mit Wiedereinsteiger Joachim Meier - ehemalige Nummer vier der deutschen Herrenrangliste und Bundesligaspieler - der erste ernstzunehmende Gegner. Gewarnt durch die vorangegangenen klaren Siege des Esseners ging der Oberpfälzer hochkonzentriert ins Match. Böckl gewann den ersten Satz mit 6:2, im zweiten reichte ein Break beim Stand von 5:4, um den aufschlagstarken Gegner mit 6:2, und 6:4 zu bezwingen.

Im Viertelfinale erteilte er dem Pforzheimer Tennislehrer Otto Dressler, Nummer acht des DTB, mit 6:2 und 6:1 eine Lehrstunde. Durch die unglückliche Setzung traf Fred Böckl bereits im Halbfinale auf die aktuelle Nummer eins des Deutschen Tennisbundes und Nummer sechs der Weltrangliste, den für den TC RB Regensburg startenden Peter Marklstorfer. Das vorweggenommene Endspiel verlief ähnlich wie das Halbfinale bei der EM in Seefeld, wo Fred Böckl denselben Gegner mit 6:2 und 7:5 bezwang. Diesmal fiel der Sieg des wie entfesselt spielenden Weideners mit 6:1 und 6:4 noch deutlicher aus.

In der unteren Hälfte des Tableaus setzte sich sensationell der ungesetzte Eckart von Salis (TC St. Mauritz) durch. Mit Siegen gegen wesentlich höher eingeschätzte Gegner, wie Karl-Heinz Jakob (TC Pforzheim, Nummer neun DTB), Xavier de Villepin (Nummer sieben DTB) oder Horst-Dieter van de Loo (Nummer zwei DTB und Nummer 10 der Weltrangliste) hatte sich der hochgewachsene Linkshänder den Einzug ins Finale redlich verdient.

Hier jedoch musste er die Überlegenheit von Fred Böckl anerkennen und hatte beim 6:2 und 6:1 nicht den Hauch einer Chance. "Mit einer vorher noch nicht dagewesenen Dominanz", wie der Turnierdirektor bei der Siegerehrung hervorhob, errang der Weidener seinen sechsten Einzeltitel bei deutschen Meisterschaften.
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