Freie Wähler informieren sich über Probleme von Schülern und minderjährigen Flüchtlingen
Jung sein heißt unsicher sein

Pleystein. (stn) Die Kreistagsfraktion der Freien Wähler informierte sich bei der Katholischen Jugendfürsorge (KJF). Psychologe Gunter Hannig nannte als Gründe für Jugendberatung Mobbing, Schulden, Essstörungen, übersteigerten und riskanten Medienkonsum, selbstverletzendes Verhalten sowie Anzeichen von Überforderung.

Auffällig: In den letzten Jahren kommen immer mehr Realschüler und Gymnasiasten, die Druck verspüren. Dafür nimmt der Anteil der Mittelschüler ab. Für Hannig ist das ein Hinweis, auf bessere Versorgung mit Schulsozialarbeitern. Auch der Familienkontext ändert sich. 2013 kamen 43 Prozent der Ratsuchenden aus vollständigen Familien, aber bereits 36,2 Prozent aus Haushalten mit Alleinerziehenden.

Immer mehr Mädchen

Das Aufwachsen als Einzelkind bezeichnete der Diplompsychologe als Risikofaktor aufgrund mangelnden Sozialverhaltens. Aber auch das geänderte Freizeitverhalten in Bezug auf Handy und Internet spiele eine große Rolle."Erwähnenswert ist auch die Tatsache, dass in den letzten zehn Jahren der Mädchenanteil extrem angestiegen ist", erklärte Hannig. Johanna Meier, Sozialamtsleiterin am Landratsamt, informierte, dass dem Landkreis 20 unbegleitete jugendliche Flüchtlinge zugewiesen wurden, aber noch nicht alle vor Ort seien. Sie bestätigte Hannig, dass es sich hierbei um hochmotivierte Personen handle, die schnell in Schule und Beruf Fuß fassen sollten. "Für sie ist eine Gruppenunterkunft keine Lösung, ganz im Gegenteil," betonte Meier.

Besonders gravierend ist, dass die Minderjährigen am Tag ihres 18. Geburtstages ihre bisherige Unterkunft verlassen müssen. Meier erklärte, dass die zugeteilte Zahl von 20 neuen Asylbewerbern pro Woche in Neustadt noch nicht ausgeschöpft ist. Den Grund hierfür sieht sie darin, dass die zuständigen Behörden in Zirndorf mit dem Verwaltungsaufwand absolut überfordert seien.

Deutsch für alle

"Mit dem Aufenthalt im Landkreis aber stehen die Asylanten erst am Anfang ihrer Probleme", meinte Meier. "Gerade die Frauen sind oft stark traumatisiert und bräuchten dementsprechende Hilfe." Die Sozialamtsleiterin hat einen weiteren dringenden Wunsch: "Genügend Fachkräfte zur Betreuung sowie Deutschkurse überall vom ersten Tag an."
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