"Freiwillig do"

Auf seiner Herbst-Wirtshaustour machte Hans Söllner Station beim "Alten Fritz" in Haunritz. Mit lebendig erzählten Geschichten und den Klängen seiner Gitarre schuf er eine Wohnzimmer-Atmosphäre im Saal. Bild: rrf

Eine Gitarre, einen Verstärker und einen engagierten Musiker: Mehr braucht es nicht, um den Saal des "Alten Fritz" in Haunritz bis auf den letzten Platz zu füllen.

Der bayerische Liedermacher Hans Söllner machte am Mittwochabend auf seiner "Herbst-Wirtshaustour" Station im Landkreis. In Haunritz begeisterte er die zahlreichen Besucher mit seinen Liedern in Dialekt.

"Heit Nacht simmer alle freiwillig hier. So Sachen wie die Geburt, die Schul' oder a Polizeikontrolle, des suchn wir uns net wirklich aus. Aber heit, heit Nacht, da simma alle freiwillig do", stellte Söllner gleich zu Anfang im Saal des Gasthofs "Zum Alten Fritz" klar. "Freiwilligkeit" hat sich der gebürtige Bad Reichenhaller als Motto seiner Herbst-Wirtshaustour auf die Fahnen geschrieben. Die Strecken durch die Region legt er mit seinem eigenen Fahrrad zurück.

Söllner ist bekannt für seine Lieder in bayerischer Mundart, die einerseits zum Nachdenken anregen, aber auch die Politik der Welt aufs Korn nehmen. Staatsmänner wie Barack Obama oder Nicolas Sarkozy sind nicht sicher vor ihm. Auch von medialen Großereignissen wie dem Sprung des österreichischen Extremsportlers Felix Baumgartner aus dem All zur Erde lässt sich Söllner zu Liedern und Anekdoten inspirieren.

"I hoff, eich geht's einigermaßen guat. Wenn ja, dann fangts heit was Neis an. Des wird dann bestimmt auch einigermaßen guat!", rief er dem Publikum zu. Er brachte durch seine lebendig erzählten Geschichten und die Klänge seiner Gitarre eine gemütliche Wohnzimmer-Atmosphäre in den großen Wirtshaussaal.

Söllner spielte einerseits ruhige Lieder wie beispielsweise "Die Liebe" und "Hoffnung", aber auch kritische Stücke wie "So So So" oder "A Drecksau bleibt a Drecksau". Der Saal hörte mucksmäuschenstill zu und spendete gleich nach dem letzten Ton reichlich Beifall. Spätestens bei der laut geforderten Zugabe packte Hans Söllner seine Klassiker "Hey Staat" und "Edeltraud" aus. Dann klatschten alle ordentlich mit, und mancher Besucher stimmte in den Text ein.

Nach 13 Liedern endete das Wirtshauskonzert im "Alten Fritz" und Söllner verabschiedete sich mit einem Rat vom Haunritzer Publikum: "Denkts dran Leit, 'freiwillig' is des Zauberwort der Zukunft. Lassts eich net immer alles einfach so gfalln! Helfts eich aweng, da draußn!".

Anschließend bot sich den Fans die Chance, mit Söllner zu plaudern und sich ein Autogramm geben zu lassen.
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