Freundschaft beginnt mit Wettkampf

Wer durch das Feldlager des Pressather Fähnleins streifte, hat möglicherweise im Vorbeigehen einige Sprachfetzen aufgeschnappt, die weder Oberpfälzisch noch Mittelhochdeutsch klangen. Verstanden hat der dann Bahnhof - außer er konnte Ungarisch.

Pressath. (is) 21 Mädchen und Jungen im Alter zwischen 11 und 14 Jahren aus der ungarischen Partnergemeinde Hortobagy waren zu Besuch in der Stadt. Lehrkräfte der "Sandor Petöfi Iskula" Molnar Agnes, Samu Zsuzsa, Szentirmai Zoltan und Sajgo Eszter, die auch als Dolmetscherin fungierte, begleiteten sie.

Von der Pressather Schule kümmerte sich besonders das "Team Ungarn" mit Irmgard und Siegrid Bößl, Gerda Siebenweiber und Iris Sollfrank sowie Rektorin Ulrike Neiser um die Gäste. Nach einem Frühstück in der Schulküche trafen sie sich mit ihren deutschen Partnern und kamen zu den Gastfamilien.

Ihnen dankte Bürgermeister Werner Walberer bei der offiziellen Willkommensfeier in der Schulaula. Neben der Lehrerschaft lobte er auch den Einsatz der Gemeindevertreter, die die Partnerschaft unterstützen. Er wünschte sowohl den Kindern wie auch den Pädagogen eine schöne Zeit in der Oberpfalz.

Rodeln und baden

Die Gastgeber hatten wieder für ein abwechslungsreiches Programm gesorgt. So stand am folgenden Tag ein Besuch der Sommerrodelbahn in Hirschau an. Sowohl die Pressather, als auch die ungarischen Kinder sausten mehrmals den Hang hinunter. Jeder wollte beim "Rennrodeln" der Schnellste sein. Anschließend hatten sie das Freibad am Sandhügel fast für sich allein. Am Abend stand ein Spiel- und Bastelabend an, den die Buben vor allem zum Fußballspielen nutzten, während die Mädchen Freundschaftsbänder bastelten.

Rinder aus der Puszta

Regen begleitete die Gruppe beim Besuch der fränkischen Metropole Nürnberg. In ungarischer und deutscher Sprache wurden die Gäste durch die Altstadt geführt, wobei vor allem der Hauptmarkt und der historische Brunnen beeindruckten. Stolz waren die Ungarn, als sie hörten, dass im Mittelalter Rinder aus der Puszta bis nach Nürnberg getrieben wurden. Gerne machten sie von der Möglichkeit zum Shopping in der Fußgängerzone Gebrauch.

Dass die Kinder sich auch nach der ziemlich anstrengenden Besichtigungstour noch nicht müde fühlten, zeigte sich am Abend beim Lagerfeuer im Pausenhof der Schule. Fleißig grillten sie Stockbrot mit Würstchen, und nicht nur die Magyaren zeigten unter der Anleitung von Schulbegleiter Uwe Müller ihre Kunst am Schießstand mit Pfeil und Bogen.

Am nächsten Vormittag waren wieder Spiele angesagt, der Nachmittag stand für individuelle Programme zur Verfügung, um die deutschen Familien besser kennenzulernen. Wunsiedel, der Besuch in einer Falknerei sowie im Wildpark Mehlmeisel standen tags darauf auf dem Programm. Bei der Rückkehr in die Schule hatten schon zahlreiche Helfer für ein reichhaltiges Kuchen- und Tortenangebot gesorgt. Lehrerin Angelika Ficker hatte mit ihren Kolleginnen Tee, Kaffee und Fruchtsäfte vorbereitet. Mit den Gasteltern wurde in gemütlicher Atmosphäre gemeinsam gefeiert.

Einer der Höhepunkte des Besuchsprogramms war ein Bummel durch den Festplatz beim Jubiläum des Pressather Fähnleins. Vor allem die "Hexenverbrennung" faszinierte, aber auch das Spektakel in und um die zahlreichen Zelte und Buden.
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