Friedrich Brandl erzählt von Kindheit nach dem Krieg
Die Amis in Amberg

Friedrich Brandl (links) bereitete den Zuhörern auf der Schmie-Alm einen kurzweiligen Abend. Bild: gri
Literarischer Sommerabend auf der Schmie-Alm: Der Heimat- und Kulturverein Freudenberg hatte zu einer Autorenlesung mit Friedrich Brandl eingeladen. Rund 30 Interessierte wanderten auf die Hütte, um die Geschichten des Amberger Schriftstellers zu hören. Brandl, der in der Nachkriegszeit in der Ziegelgasse in der Innenstadt aufwuchs, erzählte unter anderem von seinen ersten Begegnungen mit den Amerikanern. Wie er als Kind geradezu besessen war von dem Wunsch, einen echten Dubble-Bubble-Kaugummi zu ergattern. Als er endlich einen solchen auf der Straße fand, wusch er ihn zwei Tage lang, um dann wie seine Kumpel kaugummikauend durch die Stadt zu laufen.

Auf Auszüge aus dem Buch "Ziegelgassler" folgten seine Erzählungen, die er in dem Buch "Glock'n'Roll" zusammengefasst hat. Unter diesem Titel beschreibt Brandl seine Jugend zwischen Martinskirche und Jazzkeller. Mit seinen Freunden gründete er Anfang der 60er-Jahre eine Band namens "Lonely hot Boys". Sechs Stücke hatte die Band drauf und sollte eines Tages mit diesem Repertoire einen ganzen Saal in Regensburg unterhalten. "Down by the riverside" hieß eines der Lieder von damals. Brandl spielte es zum Vergnügen der Zuhörer auf seiner Gitarre nach.

Von 1978 bis 1982 war Friedrich Brandl Lehrer an der Volksschule Freudenberg. Kurze Zeit später engagierte er sich im Widerstand gegen die geplante atomare Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in Wackersdorf. Von dieser stürmischen Zeit erzählt sein Roman "Wieder am Bauzaun". "Ich bin froh, dass ich in einem Land lebe, in dem man singen und sagen darf, was man will", sagte er. "Das war nicht immer so."

Mit dem gemeinsam gesungenen Lied "Die Gedanken sind frei" endete der kurzweilige Abend.
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