"Frohsinniges" Familienfest

Vom Kufsteinlied bis zum "Rehragout": Michael Pöllath, der Leiter der Musikschule des Speichersdorfer Fichtelgebirgsvereins, brillierte auf der Harmonika. Zum siebten Familientag der Gesellschaft "Frohsinn" hatte er "Ohrwürmer" dabei, die begeistert mitgesungen wurden. Bilder: gpa (2)

Gitarrenklänge, Harmonika-Musik und Mundartgedichte "Made in Franken": Es waren schöne Stunden der Gemütlichkeit beim "Frohsinn"-Familientag. Dabei gab's auch ein Jubiläum zu feiern: Die Gesellschaft blickt auf ihr 135-jähriges Bestehen zurück.

Zum siebten Mal trafen sich die Mitglieder zum Familientag, schon das vierte Mal war das Kleintierzüchterheim am Wiesengrund der Austragungsort. Der Dank von Präsident Erwin Dromann galt Werner Kennel junior, dem Vorsitzenden der Kleintierzüchter, und Rosa Graf, der Pächterin des Züchterheimes, für die Bereitstellung der Räumlichkeiten. Herbstlicher Sonnenschein begleitete den Höhepunkt im alljährlichen Vereinsgeschehen.

Bevor die selbst gedrehten Knödel, die wie jedes Jahr auf fränkische Art mit "Bröggalan innen drin" und Schweinsbraten dampfend serviert wurden, dankte Dromann auch der Küchenmannschaft für ihren Einsatz. Mehr als 100 Knödel hatten die Damen gedreht und dabei fast 70 Pfund Knödelteig verarbeitet. Außerdem wurde die entsprechende Anzahl an gemischten Salaten zubereitet. "Seit 9 Uhr früh wurde hier gearbeitet", hob der Präsident hervor und bedankte sich auch bei allen Bäckerinnen, die für das große Kuchenbüfett die Grundlage geschaffen hatten.

Viel Lob und Bares

Vor der "Schlacht am Kuchenbüfett" gab es das Grußwort des Bürgermeisters. Peter Lehr entschuldigte sein spätes Kommen mit seiner Tätigkeit als Standesbeamter: Zwei Paare hatte er vorher "in den Hafen der Ehe bugsiert". Das Stadtoberhaupt lobte alle Ehrenamtlichen, die sich beim "Frohsinn" engagieren: Egal, ob beim Familientag oder als Vorstandsmitglied - immer könne man sich auf die Helfer verlassen. Lehr überreichte Dromann schließlich das obligate "kleine Kuvert mit Inhalt".

Auch Dieter Kies, der Vorsitzende des Stadtverbands, gratulierte zu der hervorragenden Gemeinschaftsleistung "Familientag" und wünschte dem "Frohsinn" weiterhin Zusammenhalt und Schaffenskraft. Ehrenmitglied Vinzenz Dachauer erntete viel Beifall, als er seinen Dankesworten eine "gute Tat" in Gestalt eines "Fuffzigers" für die Kasse folgen ließ.

Den Reden folgte der gemütliche Teil: Es galt, auszuwählen aus einer Vielzahl leckerer Torten und Kuchen, darunter "Schwarzwälder Kirsch" und verführerische Obst-Sahne-Schnitten. Obwohl die Möglichkeit eines zweiten (oder dritten) Gangs ans Kuchenbüfett bestand: Alles reichte bis zum Schluss.

Oldies erklingen

Zum Familienfest beim "Frohsinn" gehören stets Musik und Gesang. Schon während des Schlemmens griff Musikus und Couplet-Sänger Sepp Kämpf in die Saiten und ließ auf der Gitarre Oldies erklingen. "Weine nicht, wenn der Regen fällt", "Wir zwei gehen irgendwo hin" oder zum Beispiel "Schau mich an und reich mir deine Hand" regten zum Mitsummen an. Für seine Witze erntete der Sepp ebenfalls viel Beifall.

Auch Michael Pöllath, der Leiter der Musikschule des Fichtelgebirgsvereins Speichersdorf, erwies sich als hervorragender Solist: Er brillierte auf der Harmonika. Mit den "Bergvagabunden", dem "Kufsteinlied" und dem "Rehragout" hatte er "Ohrwürmer" im Gepäck, die mitgesungen wurden und dem Interpreten viel Beifall brachten.

Sein Vater Otto Pöllath mühte sich, fränkische Mundartgedichte und Begebenheiten zu vermitteln - für Oberpfälzer Ohren klang dies allerdings eher nach einer Fremdsprache. Vielleicht war es auch der Geräuschpegel, den das dauernde Plaudern verursachte, dass mancher Zuhörer nachher fragte: "Wos hout der etzad eigentli g'sagt?" Nach Stunden voller Harmonie endete der Familientag mit einer Strophe der "Frohsinn"-Hymne.
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