Fromberger Boum werden auf der Suche auch im Gewächshaus fündig
Wo die Kirwamoila blühen

Vanessa und Luisa führen den Bätzn an den Schauplatz des Geschehens.
Seit Wochen sehnten Bauern und Gärtner den Regen herbei. Am Sonntag kam er - für die Fromberger ausgerechnet am wichtigsten Tag ihrer Kirchweih.

Den fünften Fromberger Kirwabaum in Folge holten die Boum am Samstagmorgen aus dem Wald der Familie Sperber aus Kummerthal. Sanft brachte ihn Thomas Grädler zu Boden. Anschließend wurde er geschnitzt und geringelt. Peter Grünthaler beförderte ihn zum Kirwaplatz hinter dem Gasthaus Übler.

Zum Aufstellen spendierte der Bräu Christian Sperber nicht nur ein Fass Bier; er legte selbst auch mit Hand an. Karl-Heinz Pilhöfer führte das Kommando mit der nötigen Ruhe und dem Blick nach oben. Angefeuert durch die Mülchbankmusi und die Kirwamoila, wuchs der Baum wieder auf 28 Meter Höhe in den Himmel.

Nach einer ruhigen Baumwache, für die wohl auch der Gewitterguss sorgte, war am Sonntag beim Mittagessen die Stimmung schon prächtig. Gurzer und Lieder waren weit zu hören. Als die Burschen merkten, dass die Kirwamoila verschwunden waren, mussten sie den Kirwawagen erst mit Planen abdecken, um trocken nach Niederricht zu kommen. Dann hatte der Himmel ein Einsehen mit ihnen Kirwaboum und stellte den Regen ab. Die Moila hatten sich derweil im trockenen Heu versteckt.

Weiter ging es mit dem Wagen nach Kummerthal, wo neben frischen Gemüse auch Kirwamoila im Gewächshaus zu finden waren. Nach einer Stärkung ging es zurück nach Fromberg, wo auch die letzten Kirwamoila in einer Scheune aufgestöbert wurden. Nachdem nun alle Kirwapaare wieder zusammen waren, zogen sie, wieder angeführt von zwei prächtigen Kirwabätzn, durch den Wirtshof zum Kirwabaum, wo zahlreiche Zuschauer schon ungeduldig auf das Austanzen warteten.

Lang machte der Strauß zu Sternpolka, Walzer, Dreher und Kirwaliedern die Runde; Gstanzl mit dem einen und anderen Seitenhieben auf andere Kirwan inklusive. Die junge Truppe zeigte, dass sie das Brauchtum verinnerlicht hat. Zu den Klängen der "Kirchenreinbacher Spitzboum" beherrschten sie ihre Tänze perfekt. Nach fast einer halben Stunde löste der Wecker die Spannung und bestimmte Katrin Siegert und Johannes Kolb zum neuen Oberkirwapaar in Fromberg.

Bei der Kletterpartie am Baum schnappte sich Katrin Krügel, Hut und Wurstring. Johannes ließen die Kirwamoila erst mal von der Leiter fallen. Im zweiten Anlauf bekam er das Tuch und die Breze zu fassen. Nach einer Ehrenrunde zogen die Kirwapaare zurück in den Wirtshof.
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