Früher ein gefragter Beruf

Glasermeister Bernd Schnappauf präsentiert das alte Zinngießerhandwerk mit einer geschichtliche Darstellung. Bild: le

Das Zinngießen war früher ein gefragtes Handwerk. Eine Schau von Bernd Schnappauf zeigt altes Werkzeug und informiert über diese heute nicht mehr gefragte Kunst.

Floß. (le) Über 1200 Exponate beherbergt das Heimatmuseum, fein säuberlich und gewissenhaft erfasst und registriert von der früheren Leiterin Inge Langer mit Ehemann Erich. Karin Pausch hat dieses Ehrenamt im vergangenen Jahr übernommen und führt es äußerst engagiert und gewissenhaft fort.

Zusammen mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises "Heimatmuseum Flosser Amt", Erich Schieder, unterstützt durch Bürgermeister Günter Stich, ist sie bestrebt, diese kommunale Einrichtung weiter auf- und auszubauen. Der Arbeitskreis regte die Mitglieder an, im Erdgeschoss des Alten Pflegschlosses Wanderausstellungen einzurichten.

Arbeitskreismitglied Peter Pierepioka hatte vor einiger Zeit, die Initiative ergriffen, in leeren Schaufenstern in der Freiherr-von-Lichtenstern-Straße auszustellen. Die Leute bleiben stehen und bestaunen die Stücke. Meist stellten Flosser Hobbykünstler ihre Werke aus. Seit dem Großbrand 1813 prägt eine Hauptstraße das Bild des Marktes. Dies ist Karl Reisner, Freiherr von Lichtenstern, zu verdanken. Textilien, Drogerieartikel, Kerzen, Lederwaren, Teppiche oder Kolonial- und Tabakwaren sind nicht mehr zu sehen, stattdessen sieht man an einigen Fensterflächen Plakate mit der Aufschrift "Zu vermieten ".

Wer zurzeit durch die Hauptstraße geht, kann sich über alte Handwerkskunst freuen. Informiert wird über die Geschichte der Zinngießerei und Glaserei Schnappauf, die mit Karl Schnappauf am 1. Januar 1905 begann. Sohn Willy beherrschte noch die Bleiverglasung. Bei der Renovierung der evangelischen Pfarrkirche St. Johannes Baptista erneuerte der geschickte Handwerksmeister alle bleiverglasten Kirchenfenster.

Sohn Bernd setzte diese Handwerkstradition fort und kann heute in Anspruch nehmen, dass viele bauliche Einrichtungen und Kirchen die Handschrift der Zinngießerei und Glaserei Schnappauf tragen. Selbst heute noch bringt es Schnappauf nicht übers Herz, das alte Handwerkszeug wegzulegen. Vereinzelt fertigt er noch Gegenstände aus Zinnguss, vor allem Vereins- und Privatkrüge.

Der gewissenhafte Handwerksmeister hat zur Ausübung seines früheren Berufes als Zinngießer alle notwendigen Utensilien aufbewahrt.
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